Lang & Schwarz Aktie: Trade Republic steigt aus

Trade Republic beendet Partnerschaft, Aktie stürzt ab. Lang & Schwarz sucht neue Market Maker für das Handelsmodell.

Die Kernpunkte:
  • Aktie verliert über 34 Prozent
  • Trade Republic kündigt Zusammenarbeit
  • Gewinnwarnung nach Kundenverlust
  • Neues Handelsmodell in Planung

Ein Wertpapierhandelshaus verliert seinen wichtigsten Kunden. Trade Republic steigt aus dem Orderflow-Modell von Lang & Schwarz aus. Die Aktie bricht daraufhin binnen 30 Tagen um mehr als ein Drittel ein.

Kurs im freien Fall, Rendite außer Kontrolle

Die Lang & Schwarz-Aktie schloss am Freitag bei 18,00 Euro. Das sind 34,78 Prozent weniger als vor 30 Tagen. Erst am 8. Juli markierte der Titel bei 17,75 Euro ein neues 52-Wochen-Tief. Aktuell notiert die Aktie nur 1,41 Prozent darüber.

Zum 52-Wochen-Hoch von 29,70 Euro aus dem Juni fehlen mittlerweile fast 40 Prozent. Der RSI von 13,4 zeigt eine extrem überverkaufte Lage an. Die Kehrseite des Kurssturzes: Die Dividendenrendite ist auf fast elf Prozent geklettert. Am 10. Juli zahlte das Unternehmen wie geplant 2,00 Euro Dividende je Aktie aus.

Trade Republic zieht den Stecker

Der Auslöser sitzt in Berlin. Trade Republic hat Anfang Juli eine neue Handelstechnologie angekündigt. Orders sollen künftig automatisch zum besten Preis über verschiedene Börsen laufen.

Bisher wickelte Lang & Schwarz einen Großteil der Trade-Republic-Aktienkäufe ab. Diese Rolle steht nun auf dem Spiel. Ein EU-weites Verbot von Payment-for-Order-Flow-Rückvergütungen ab Juli 2026 hat den Umbau zusätzlich beschleunigt.

Prognose nach unten korrigiert

Lang & Schwarz reagierte bereits am 2. Juli mit einer Gewinnwarnung. Das Unternehmen erwartet nun einen leichten bis moderaten Rückgang des Handelsergebnisses gegenüber dem Vorjahr. Immerhin: Das Niveau von 2024 will der Konzern trotzdem übertreffen.

Um den Volumenverlust auszugleichen, baut Lang & Schwarz ein neues Handelsmodell auf. Mehrere Wertpapierdienstleister sollen künftig als Market Maker auf der Plattform auftreten. Das soll frische Liquidität bringen. Konkrete Partner oder einen Zeitplan nennt das Unternehmen bisher nicht.

Am 21. August veröffentlicht Lang & Schwarz seinen Halbjahresbericht. Erst dann zeigt sich, wie stark der Wegfall von Trade Republic die Zahlen tatsächlich trifft. Bis dahin bleibt die Aktie ein Fall für Anleger mit starken Nerven — der RSI von 13,4 signalisiert, dass der Ausverkauf technisch bereits sehr weit gelaufen ist.

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