Lanxess Aktie: Berenberg senkt auf Sell und 13,80 Euro
Berenberg stuft Lanxess auf 'Sell' herab und senkt das Kursziel auf 13,80 Euro. Hohe Schulden, anhaltende Verluste und Niedrigwasser belasten den Chemiekonzern.

- Berenberg senkt auf 'Verkaufen'
- Kursziel fällt auf 13,80 Euro
- Nettoverlust von 53 Millionen Euro
- Rhein-Niedrigwasser behindert Produktion
Die Lanxess-Aktie gerät am heutigen Donnerstag massiv unter Druck. Auslöser für den deutlichen Kursrutsch ist eine skeptische Analyse des Bankhauses Berenberg, die insbesondere die finanzielle Stabilität und die Wachstumsaussichten des Spezialchemie-Konzerns infrage stellt.
Berenberg sieht erhebliche Risiken durch Verschuldung
Analyst Sebastian Bray von Berenberg stufte das Papier von „Hold“ auf „Sell“ herab und reduzierte das Kursziel deutlich von 17,00 auf 13,80 Euro. Als Hauptgründe nannte der Experte eine zu hohe Verschuldung des Unternehmens gepaart mit einem schwachen Potenzial für künftiges Wachstum. Bray warnte zudem, dass die aktuellen Markterwartungen an den Konzern deutlich zu optimistisch ausfallen könnten. Diese Einschätzung belastet das Vertrauen der Anleger spürbar, da die finanzielle Einengung durch die Schuldenlast die notwendige Transformation des Unternehmens erschweren könnte.
Quartalsbilanz zeigt anhaltende Verluste
Der jüngste Blick in die Bücher unterstreicht die angespannte Lage. Im zweiten Quartal 2026 erzielte Lanxess einen Umsatzanstieg von 6,5 Prozent auf rund 1,561 Milliarden Euro, blieb unter dem Strich jedoch erneut in den roten Zahlen. Der Nettoverlust belief sich auf 53 Millionen Euro, was einem Ergebnis je Aktie von minus 0,62 Euro entspricht, nachdem im Vorjahresquartal ein Minus von 0,66 Euro verzeichnet worden war. Für das gesamte Geschäftsjahr 2026 rechnen Branchenexperten laut Medienberichten weiterhin mit einem Verlust zwischen 0,135 und 0,163 Euro je Anteilsschein.
Logistikprobleme durch historisches Niedrigwasser
Zusätzlicher Gegenwind kommt von der Wetterfront. Das extreme Niedrigwasser des Rheins beeinträchtigt die Chemiebranche massiv; am Pegel Kaub wurde am Dienstag ein Rekordtief von nur 15 Zentimetern gemessen. Der Verband der Chemischen Industrie (VCI) warnt bereits vor drohenden Produktionsausfällen, da die Lieferketten an ihre Grenzen stoßen. Während Wettbewerber wie K+S zuletzt ihre Prognosen aufgrund einer starken Nachfrage anheben konnten, sieht sich Lanxess mit diesen erschwerten Rahmenbedingungen und logistischen Engpässen konfrontiert.
Die Aktie verliert heute 7,1 Prozent und notiert bei 14,80 Euro. Damit entfernt sich das Papier weiter von seinem 50-Tage-Durchschnitt, der bei 15,79 Euro liegt. Die Marktkapitalisierung des Konzerns ist infolge des Abverkaufs auf 1,40 Milliarden Euro geschrumpft.
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