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Last Call! – Der Marktbericht am Abend: Mit einem irrlichternden Donald Trump, Booking Holdings, TripAdvisor, Dropbox und GoPro

Guten Abend,

Donald Trump unterzeichnete am Donnerstagabend eine sog. „Executive Order“, mit der US-Unternehmen verboten wird, Geschäfte mit Tencent und ByteDance, den jeweiligen Mutterunternehmen von WeChat und TikTok, zu tätigen. Das Verbot wird in 45 Tagen wirksam. Zitat: “Die Vereinigten Staaten müssen aggressive Maßnahmen gegen die Eigentümer von TikTok ergreifen, um unsere nationale Sicherheit zu schützen”, sagte Trump in seiner Durchführungsverordnung.

In der Begründung sagte Trump, dass WeChat „automatisch riesige Mengen an Informationen von seinen Benutzern erfasst. Diese Datenerfassung droht, der Kommunistischen Partei Chinas den Zugang zu persönlichen und geschützten Informationen der Amerikaner zu ermöglichen. “ Die in Hongkong notierten Tencent-Aktien fielen über Nacht um 5%.

Jetzt mal auf Deutsch: TikTok ist ein Thema von nationaler amerikanischer Sicherheit? Tanzende Teenager? Welche Informationen von nationaler Bedeutung sollen denn dort erfasst und abgefragt werden? Oberweitengrößen? Vielleicht ist Corona ja gar keine Lungenentzündung, sondern eine Gehirnentzündung!

Aber es kommt ja noch besser: Bernie Sanders schlägt eine hohe einmalige Steuer auf Milliardäre vor. Er führte gleich eine Gesetzesvorlage ein, nach der Milliardäre eine einmalige Steuer von 60% auf die zwischen dem 18. März 2020 und dem 1. Januar 2021 erzielten Vermögensgewinne zahlen müssten. Jeff Bezos, CEO von Amazon, müsste im Rahmen dieser Rechnung mehr als 42 Milliarden Dollar an Steuern zahlen, während Elon Musk von Tesla über 27 Milliarden Dollar zahlen müsste.

Mit den steigenden Temperaturen sinken offenkundig auch überproportional die Hirnaktivitäten.

Die Lage auf einen Blick:

DAX: Mit TikTok kann der DAX nichts anfangen. Zur Zeit, in der diese Zeilen geschrieben werden, steht der DAX +/- 0%, also absoluter Stillstand. Ist wahrscheinlich auch besser so. Oder alle haben sich gerade TikTok aufs Handy geladen und starren auf tanzende Mädchen.

Dow Jones, S&P 500 und Nasdaq: Bessere Jobdaten zeigen, dass sich die Lage auf dem US-Arbeitsmarkt weiter entspannt. Im Juli war die Beschäftigung überraschend deutlich gestiegen und so können wir alle erst einmal davon ausgehen, dass sich die US-Wirtschaft in die richtige Richtung bewegt und keinesfalls in den Abgrund. So wird der S&P 500 wohl denn auch kommende Woche endlich das alte Hoch erreichen können!

Heute auf der Agenda:

Booking Holdings verlor im letzten Quartal 10,81 Dollar pro Aktie, weniger als der von Wall Street-Analysten prognostizierte Verlust von 11,50 Dollar. Die Muttergesellschaft von Priceline, Booking.com, Kayak und anderen Reisedienstleistungen verzeichnete ebenfalls Umsatzrückgänge, da die Pandemie einen Rückgang der Reisebuchungen um 91% gegenüber dem Vorjahr verursachte. Ja, wissen wir ja bereits, aber wie sieht es mit dem Ausblick aus? Es gibt keinen? Schade, macht aber nix. Ich brauche mich nur in der Nachbarschaft umzuschauen, um zu erkennen: die Menschen verreisen wieder! Booking bleibt eine Turnaround-Spekulation, ebenso wie…

Chart Booking Holdings

Chart Booking Holdings

TripAdvisor, die einen vierteljährlichen Verlust von 76 Cent pro Aktie melden, der größer ist als der Verlust von 63 Cent, den die Schätzung hergaben. Die Einnahmen des Betreibers der Website für Reisebewertungen übertrafen jedoch die Prognosen, und das Unternehmen gab an, dass sich die Nachfrage nach Reisen seit dem Tief vom April verbessert hat. Aha, sag ich doch! Ebenso eine Spekulation mit Pfeffer wie Booking!

Dropbox übertraf die Schätzungen um 5 Cent pro Aktie und erzielte einen Quartalsgewinn von 22 Cent pro Aktie. Die Einnahmen des Filesharing-Dienstes übertrafen auch die Prognosen und profitierten von der steigenden Nachfrage durch homeoffice Aktivitäten. Der durchschnittliche Umsatz pro Nutzer ging jedoch gegenüber dem Vorjahr zurück. Hm, erst einmal abwarten, bis es ein Kaufsignal gibt.

GoPro  – Der Hersteller von hochauflösenden Actionkameras meldete einen Verlust von 20 Cent pro Aktie, 3 Cent pro Aktie mehr als erwartet. Der Umsatz übertraf die Prognosen der Analysten. Die Verkäufe in den Filialen waren von der Pandemie betroffen, was zu einem Umsatzrückgang von insgesamt 54% führte. GoPro verzeichnete jedoch einen Anstieg der digitalen Verkäufe und eine nunmehr unerwartet erholsame Erholung des Einzelhandels.

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