Leidos Aktie: Rekordcashflow schlägt Gewinndelle

Leidos überzeugt mit Rekord-Cashflow und angehobener Jahresprognose, trotz rückläufigem Nettogewinn. Der Aktienkurs steigt deutlich.

Die Kernpunkte:
  • Rekord-Cashflow im zweiten Quartal
  • Umsatz übertrifft Analystenerwartungen
  • Jahresprognose nach oben korrigiert
  • Verteidigungspipeline mit 12 Milliarden Dollar

Ein Blick auf die reine Gewinnzahl hätte Anleger eher vorsichtig gestimmt: Der Nettogewinn von Leidos fiel im zweiten Quartal auf 354 Millionen Dollar, nach 391 Millionen Dollar im Vorjahr. Trotzdem sprang die Aktie am Dienstag um 6,22 Prozent auf 126,10 Dollar. Der Grund liegt tiefer im Zahlenwerk — und zeigt, worauf der Markt bei diesem Rüstungs- und IT-Dienstleister aktuell wirklich achtet.

Der operative Cashflow kletterte um 63,2 Prozent auf 793 Millionen Dollar, ein Rekordwert für ein zweites Quartal. Der Umsatz stieg um 7,2 Prozent auf 4,558 Milliarden Dollar und übertraf die Erwartungen der Analysten deutlich. Das bereinigte Ergebnis je Aktie von 3,26 Dollar lag rund 12 Prozent über dem Konsens von 2,91 Dollar.

Der Gewinnrückgang auf GAAP-Basis erklärt sich vor allem durch Sondereffekte und eine Marge, die unter Druck geriet: Die bereinigte EBITDA-Marge schrumpfte um 140 Basispunkte auf 13,8 Prozent. Das reale Ergebnis je Aktie sank von 3,01 auf 2,81 Dollar.

Vier Segmente, zwei Geschichten

Homeland Security lieferte mit einem Umsatzplus von 32 Prozent auf 1,018 Milliarden Dollar den stärksten Wachstumsimpuls, getrieben durch die Entrust-Übernahme und organisches Wachstum von 15 Prozent. Der Verteidigungsbereich wuchs moderater um 6,2 Prozent auf 955 Millionen Dollar, überzeugte aber mit einer Book-to-Bill-Ratio von 2,2x und einer sichtbaren Auftragspipeline von 12 Milliarden Dollar für die kommenden zwölf Monate. Intelligence & Digital legte um 6,5 Prozent auf 1,499 Milliarden Dollar zu.

Der Gesundheitsbereich bremste dagegen: Der Umsatz fiel um 7,6 Prozent auf 1,086 Milliarden Dollar, die Marge sank um 250 Basispunkte auf 23,8 Prozent. Ausgelöst wurde das durch Veränderungen im Geschäft mit medizinischen Gutachten für Kriegsveteranen, nachdem Anreizzahlungen ausgesetzt wurden.

Prognose nach oben korrigiert

Auf Basis der starken Cash-Generierung hat Leidos die Jahresprognose angehoben. Die Umsatzspanne liegt nun bei 18,20 bis 18,40 Milliarden Dollar, das Ergebnis je Aktie soll zwischen 12,20 und 12,50 Dollar landen. Der operative Cashflow wird für das Gesamtjahr auf rund 1,85 Milliarden Dollar geschätzt.

Parallel dazu hat das Unternehmen die verbliebenen 300 Millionen Dollar an Commercial Paper aus der Entrust-Finanzierung vollständig getilgt. Die Nettoverschuldung liegt beim 2,1-fachen des EBITDA — ein Wert, der laut Management ausreichend Spielraum für weitere Zukäufe und Aktienrückkäufe lässt.

Trotz des Kurssprungs notiert die Aktie noch immer rund 39 Prozent unter ihrem Rekordhoch von 205,77 Dollar. Die Kombination aus Rekord-Cashflow, angehobener Prognose und einer prall gefüllten Verteidigungspipeline liefert damit einen ersten Ansatzpunkt, um diese Lücke im weiteren Jahresverlauf zu schließen.

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