Lenovo Aktie: 42-Prozent-Gewinnsprung auf 2 Milliarden
Lenovo verhandelt mit Samsung über Chip-Lieferungen, während steigende DRAM-Preise drohen. Trotz Rekordumsatz und KI-Boom belasten Kosten die Aktie.

- Verhandlungen mit Samsung über Chip-Versorgung
- DRAM-Preise steigen um bis zu 18 Prozent
- Umsatzwachstum von über 20 Prozent
- KI-Infrastruktur-Geschäft verdoppelt Erlöse
Samsung-Manager zu Gast in Peking. Lenovo bereitet sich auf einen harten Winter am Speichermarkt vor. In strategischen Verhandlungen am Hauptsitz geht es um die langfristige Versorgung mit Chips.
Der Kampf um den Speicher
Die Branche leidet unter einem massiven Engpass. Grund ist der KI-Boom. Hersteller wie Samsung und SK hynix priorisieren teuren Spezial-Speicher für KI-Server.
Herkömmlicher Arbeitsspeicher für Laptops wird dadurch knapp. Lenovo warnt vor einem strukturellen Aufwärtszyklus bei den Preisen. Ein Zurück zum Preisniveau von Anfang 2025 gilt als unwahrscheinlich.
TrendForce rechnet für das dritte Quartal 2026 mit Aufschlägen. Die Preise für DRAM-Chips sollen zwischen 13 und 18 Prozent steigen. Samsung plant parallel dazu Erhöhungen um rund 20 Prozent.
Rekordzahlen trotz Kostendruck
Operativ läuft es für den Konzern bisher rund. Im abgelaufenen Geschäftsjahr stieg der Umsatz auf rund 81 Milliarden Dollar. Dies entspricht einem Wachstum von über 20 Prozent.
Der bereinigte Gewinn kletterte im gleichen Zeitraum um 42 Prozent. Er erreichte einen Wert von zwei Milliarden Dollar. Besonders stark wächst dabei das Geschäft mit KI-Infrastruktur.
Die Erlöse in diesem Segment haben sich binnen eines Jahres verdoppelt. Der Auftragsbestand für KI-Server liegt aktuell bei 21 Milliarden Dollar. Das unterstreicht die Transformation des Hardware-Riesen.
An der Börse herrscht dennoch kurzfristige Nervosität. Die Aktie verlor am Freitag 2,87 Prozent auf 2,37 Euro. In der Wochenbetrachtung steht ein Minus von rund zehn Prozent. Seit Jahresanfang bleibt das Papier mit einem Plus von 124 Prozent jedoch ein Top-Performer.
Strategische Manöver in den USA
In den USA sorgt Lenovo mit dem neuen ThinkBook für Aufsehen. Erstmals seit Jahren verbaut der Konzern dort SSD-Speicher des chinesischen Herstellers YMTC. Das Unternehmen steht eigentlich auf einer US-Sanktionsliste.
Zusätzlich optimiert das Management die Bilanz. Lenovo kauft wandelbare Vorzugsaktien für rund 46 Millionen Dollar zurück. Diese Maßnahme soll die Verwässerung der Anteile für die Aktionäre begrenzen.
Die kommenden Wochen entscheiden über die Kostenstruktur für das wichtige Weihnachtsgeschäft. Eine feste Lieferzusage von Samsung könnte die Produktion absichern. Anleger blicken nun auf die detaillierten Margendaten im August.
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