Lenovo Aktie: Macquarie hebt Kursziel um 68 Prozent

Lenovo erreicht dank angehobener Gewinnprognosen und starkem KI-Wachstum ein neues Allzeithoch in Hongkong.

Die Kernpunkte:
  • Neues Allzeithoch in Hongkong
  • Dongwu und Macquarie erhöhen Prognosen
  • KI-Umsatz steigt um 84 Prozent
  • Infrastrukturgeschäft treibt Wachstum

Lenovo hat in Hongkong ein neues Allzeithoch markiert. Hinter der Bewegung steckt kein Produktlaunch, sondern eine Welle von Gewinnschätzungserhöhungen — angetrieben von einem KI-Zyklus, der das Unternehmen gerade neu bewertet.

Dongwu und Macquarie erhöhen Prognosen

Dongwu Securities hat seine Kaufempfehlung bestätigt und die Gewinnprognosen deutlich angehoben. Für das Geschäftsjahr 2027 erwartet die Investmentbank nun einen Aktionärsgewinn von 2,28 Milliarden US-Dollar, für 2028 sind es 2,68 Milliarden. Bisher lagen die Schätzungen bei 2,09 und 2,33 Milliarden. Für 2029 prognostiziert Dongwu 3,17 Milliarden Dollar.

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Die Bewertung erscheint dabei noch moderat. Auf Basis des Schlusskurses vom 26. Mai ergeben sich für die Geschäftsjahre 2027, 2028 und 2029 Kurs-Gewinn-Verhältnisse von 13, 11 und 9.

Macquarie legte noch einen drauf. Die Bank hob ihr Kursziel um 68 Prozent auf 21,75 Hongkong-Dollar an und nahm Lenovo in ihre „Marquee Buy“-Liste auf. Die Gewinnschätzungen für 2027 und 2028 stiegen um 23,4 und 37,2 Prozent. Macquarie erwartet für 2027 ein Umsatzwachstum von 13 Prozent und eine bereinigte Nettomarge von 2,9 Prozent.

Quartalszahlen als Fundament

Die Revisionen haben eine solide Grundlage. Lenovo meldete am 22. Mai für das vierte Quartal einen Umsatz von 21,6 Milliarden US-Dollar — ein Plus von 27 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der bereinigte Nettogewinn verdoppelte sich auf 559 Millionen Dollar. KI-bezogene Umsätze wuchsen um 84 Prozent und machten 38 Prozent des Quartalsumsatzes aus.

Das Infrastrukturgeschäft ist dabei zum eigentlichen Gesprächsthema geworden. Die Infrastructure Solutions Group erzielte einen Quartalsumsatz von 5,6 Milliarden Dollar, 37 Prozent mehr als im Vorjahr, und einen operativen Gewinn von 202 Millionen Dollar. Hinzu kommt eine KI-Server-Pipeline von 21 Milliarden Dollar und mehr als 5.800 KI-Kundenprojekte.

Für das Gesamtjahr meldete Lenovo einen Umsatz von 83,1 Milliarden Dollar. Der bereinigte Nettogewinn stieg um 42 Prozent auf 2,0 Milliarden Dollar. KI-Umsätze standen für ein Drittel des Jahresumsatzes.

Kurs auf Allzeithoch, Momentum intakt

Der Markt reagiert entsprechend. Am 28. Mai kletterte die Hongkonger Aktie zeitweise um mehr als 4 Prozent auf 19,78 Hongkong-Dollar — ein neues Rekordhoch. Seit den Quartalsergebnissen hat der Kurs knapp 50 Prozent zugelegt.

An der deutschen Börse spiegelt sich das wider. Die Aktie schloss gestern bei 2,17 Euro — ebenfalls ein 52-Wochen-Hoch. Seit Jahresbeginn hat sich der Kurs mehr als verdoppelt. Der RSI von 76 signalisiert technische Überhitzung, das Momentum bleibt aber klar aufwärtsgerichtet.

Neun Banken — darunter Goldman Sachs, JPMorgan, Morgan Stanley, Macquarie und Citi — haben nach den Quartalszahlen Stellung genommen. Alle heben ISG-Profitabilität, KI-Serveraufträge oder das Infrastrukturgeschäft als zentrale Bewertungsfaktoren hervor. Die Frage ist nicht mehr, ob Lenovo vom KI-Zyklus profitiert — sondern wie weit die Margenverbesserung noch trägt.

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