Lenzing Aktie: Bezugsrechte heute weg?

Die Rechte laufen heute aus, während die Zeichnungsfrist bis 20. Oktober reicht; Berenberg senkte sein Kursziel auf 17 Euro.

Die Kernpunkte:
  • Bezugsrechtshandel endet laut Zeitplan heute
  • Neue Aktien bis 20. Oktober zeichnungsfähig
  • Kapitalerhöhung umfasst rund 300 Millionen Euro
  • Berenberg senkte Kursziel auf 17 Euro

Für Lenzing-Aktionäre endet heute laut Unternehmenszeitplan der vorgesehene Handel der Bezugsrechte an der Wiener Börse. Die Frist zur Zeichnung neuer Aktien läuft dagegen bis einschließlich 20. Oktober. Entscheidend ist damit die Unterscheidung zwischen dem Handel der Rechte und ihrer Ausübung: Beide Möglichkeiten haben unterschiedliche zeitliche Grenzen.

Zwei Fristen mit unterschiedlicher Bedeutung

Der heutige Termin markiert einen weiteren Schritt bei der vor rund zwei Wochen gestarteten Bezugsrechtskapitalerhöhung. Er bedeutet nicht, dass damit auch die Zeichnung abgeschlossen ist. Wer eine Beteiligung an der Emission erwägt, muss deshalb den für die eigene Entscheidung maßgeblichen Termin beachten.

Lenzing beziffert das Volumen der vollständig garantierten Kapitalerhöhung auf rund EUR 300 Mio. Der Bezugspreis beträgt EUR 8,65 je neuer Aktie. Das Bezugsverhältnis lautet 10:9.

Die Garantie sichert die Emission ab. Sie beantwortet allerdings nicht die Frage, in welchem Umfang einzelne bestehende Aktionäre selbst neue Aktien zeichnen. Gerade diese Unterscheidung ist für die Einordnung der begleitenden Beteiligungsmeldungen wichtig.

Das Handelsblatt berichtete am 6. Oktober, Suzano wolle im Rahmen der Kapitalerhöhung Bezugsrechte verkaufen. Damit stand neben den Emissionsbedingungen auch das Verhalten eines Großaktionärs im Blickpunkt. Der angekündigte Verkauf von Rechten ist dabei nicht mit einer bereits abgeschlossenen Transaktion gleichzusetzen.

Ergebnisfragen bleiben neben der Finanzierung bestehen

Die Kapitalzufuhr steht zugleich neben offenen Fragen zur Ergebnisentwicklung. Berenberg senkte Lenzing am 2. Oktober von „Buy“ auf „Hold“. Das Kursziel reduzierte die Bank von EUR 29,50 auf EUR 17,00.

Zur Begründung verwies Berenberg darauf, dass höhere Baumwoll- und Viskosepreise sich nicht entsprechend in den Ergebnissen niedergeschlagen hätten. Hinzu kamen Sorgen wegen Rohstoffkosten, Restrukturierungsrückstellungen und der Kapitalerhöhung. Die Einschätzung richtete sich damit nicht allein auf die Finanzierung, sondern ebenso auf die operative Entwicklung.

Neue Aktien bleiben an Voraussetzung gebunden

Für Abwicklung, Lieferung und Handelsaufnahme der neuen Aktien sieht Lenzing den 23. Oktober vor. Dieser Termin steht unter dem Vorbehalt der Eintragung der Kapitalerhöhung im Firmenbuch.

Für Anleger sind somit zwei Ebenen auseinanderzuhalten: Der Zeitplan regelt die nächsten Schritte der Kapitalmaßnahme. Ob höhere Verkaufspreise stärker in den Ergebnissen ankommen und die von Berenberg benannten Belastungen nachlassen, beantwortet der Abschluss der Emission für sich genommen nicht.

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