Lenzing Aktie: Börsenstart steht unter Vorbehalt
Die Kapitalerhöhung bringt rund 300 Millionen Euro ein; Lieferung und Handelsaufnahme setzen die Eintragung ins Firmenbuch voraus.

- Handelsstart am 23. Oktober vorgesehen
- Firmenbucheintrag bleibt Voraussetzung
- Bezugspreis je neuer Aktie: 8,65 Euro
- Berenberg senkte Kursziel auf 17 Euro
Lenzing sieht den Handelsbeginn der neuen Aktien für den 23. Oktober vor. Auch die Abwicklung und Lieferung sollen voraussichtlich an diesem Tag erfolgen. Voraussetzung ist die Eintragung der Kapitalerhöhung ins Firmenbuch. Für Anleger ist damit nicht nur das Ende der Bezugsfrist entscheidend: Der geplante Börsenstart steht ausdrücklich unter einem Vorbehalt.
Lieferung und Handelsbeginn bleiben bedingt
Der Unternehmenszeitplan unterscheidet zwischen der Zeichnung der neuen Aktien und deren anschließender Lieferung. Lenzing hat den Handelsbeginn angekündigt, nicht als bereits vollzogen gemeldet. Die Eintragung ins Firmenbuch bleibt die Voraussetzung für den vorgesehenen Abschluss.
Die Bezugsfrist läuft laut vorläufigem Zeitplan bis einschließlich 20. Oktober. Für denselben Tag ist eine internationale Privatplatzierung der nicht bezogenen neuen Aktien vorgesehen. Damit beschreibt der Zeitplan auch den Umgang mit Aktien, die Anleger nicht über ihre Bezugsrechte zeichnen.
Bezugsfrist und Platzierung gehören somit noch zur Umsetzung der Finanzierung. Erst danach sieht Lenzing die Lieferung und den Handelsstart vor. Diese Unterscheidung ist für die Einordnung der nächsten Schritte wichtiger als eine isolierte Betrachtung der Kursbewegung.
Konditionen der Finanzierung stehen fest
Die vor rund zwei Wochen gestartete Barkapitalerhöhung ist vollständig garantiert. Lenzing gibt 34.756.362 neue Aktien zum Bezugspreis von jeweils EUR 8,65 aus. Der angestrebte Bruttoerlös beträgt rund EUR 300 Mio.
Die Finanzierung soll die Kapitalstruktur stärken und die Strategie „Grow Nonwovens, Reset Textiles“ unterstützen. Damit verbindet Lenzing die Maßnahme ausdrücklich mit seiner strategischen Ausrichtung. Die festgelegten Konditionen allein bedeuten allerdings noch nicht, dass Abwicklung und Lieferung bereits abgeschlossen sind.
Das Bezugsverhältnis beträgt 10 zu 9. Der angekündigte Handel der Bezugsrechte an der Wiener Börse endet am 14. Oktober. Dieser Termin liegt vor dem Ende der Bezugsfrist; beide Schritte haben im Unternehmenszeitplan unterschiedliche Funktionen.
Belastung durch frühere Analystenabstufung
Die APA berichtete vor rund zwei Wochen über starken Verkaufsdruck nach Ankündigung der Kapitalerhöhung. Als zusätzlichen Belastungsfaktor nannte sie die Rücknahme der Kaufempfehlung durch Berenberg.
Berenberg stufte Lenzing damals von „Buy“ auf „Hold“ herab und senkte das Kursziel von EUR 29,50 auf EUR 17,00. Analyst Sebastian Bray verwies unter anderem auf die Kapitalerhöhung und die aus seiner Sicht abwartende Haltung des Hauptaktionärs Suzano.
Diese Einschätzung war eine Begründung der Abstufung, keine Bestätigung eines Rückzugs von Suzano. Für den weiteren Ablauf bleibt der angekündigte Zeitplan maßgeblich: Bezug und mögliche Platzierung gehen der Lieferung voraus, während der Handelsbeginn an die Eintragung ins Firmenbuch gebunden ist.
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