Lenzing Aktie: Heiligenkreuz-Poker?

Eine höhere bereinigte EBITDA-Marge trifft auf 130,3 Millionen Euro Verlust; der Verkauf des Werks Heiligenkreuz ist weiterhin offen.

Die Kernpunkte:
  • Aktie legt nach Zahlen um 3,4 Prozent zu
  • Bereinigtes EBITDA nahezu unverändert
  • Nettoverlust von 130,3 Millionen Euro
  • Zukunft des Werks Heiligenkreuz noch offen

Die Deutsche Bank senkte ihr Kursziel für Lenzing am 28. Oktober von 22 auf 12,7 Euro. Gestern stieg die Aktie nach Veröffentlichung der Neunmonatszahlen um 3,4%. Die Erholung folgt damit auf eine deutliche Abwärtskorrektur der Bewertung durch das Analysehaus.

Höhere Profitabilität, hoher Nettoverlust

Lenzing meldete für die ersten neun Monate 2026 ein nahezu stabiles bereinigtes EBITDA von EUR 353 Mio. Die bereinigte EBITDA-Marge verbesserte sich auf 18,3 Prozent. Im dritten Quartal fiel die Marge nach Unternehmensangaben höher aus als im entsprechenden Vorjahreszeitraum.

Unter dem Strich verzeichnete der Konzern allerdings einen Verlust nach Steuern von EUR 130,3 Mio. Als Belastung nannte Lenzing Wertminderungen von EUR 136,1 Mio. an den Standorten Heiligenkreuz und Grimsby.

Das unbereinigte EBITDA betrug EUR 316,4 Mio. Darin waren Restrukturierungseffekte von EUR 36,6 Mio. enthalten. Die nahezu stabile Entwicklung des bereinigten Ergebnisses ging zudem mit einem rückläufigen Umsatz einher.

Für das Gesamtjahr 2026 erwartet Lenzing ein bereinigtes EBITDA zwischen EUR 430 Mio. und EUR 460 Mio. Die Veröffentlichung des Jahresergebnisses ist für den 18. März 2027 angesetzt.

Entscheidung über Heiligenkreuz steht aus

Für das Werk Heiligenkreuz stehen unterdessen weitere Schritte im Verkaufsprozess an. Medienberichten vom Mittwoch zufolge sollte Mitte November der Kreis von rund 30 Interessenten verkleinert werden. Bis Jahresende sollte feststehen, ob ein neuer Eigentümer den Betrieb fortführt.

Lenzing hatte die Schließung zuvor auf das erste Quartal 2027 verschoben. Eine Fortführung durch einen Käufer bleibt damit eine noch offene Möglichkeit; der Bericht nennt keinen bereits vereinbarten Verkauf.

Mich überzeugt das bereinigte EBITDA von EUR 353 Mio. nur zum Teil, weil unbereinigt EUR 316,4 Mio. bleiben und Restrukturierung EUR 36,6 Mio. kostet. Ich achte deshalb am 18. März 2027 darauf, ob Lenzing die Spanne von EUR 430 bis 460 Mio. erreicht.

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