Lenzing Aktie: Oberbank sichert sich 1,5 Millionen Bezugsrechte
Bezugsrechte wurden zugeteilt; Berenberg senkte das Kursziel, während Lenzing rund 300 Millionen Euro Bruttoerlös anstrebt.

- Lenzing-Papiere fallen um 8,6 Prozent
- Vorstand und Oberbank erhalten Bezugsrechte
- Kapitalmaßnahme soll rund 300 Millionen Euro einbringen
- Berenberg stuft Lenzing auf Halten herab
Die Papiere von Lenzing gaben heute um 8,6 Prozent auf 11,52 Euro nach, während neue Pflichtmitteilungen zur laufenden Transaktion bekannt wurden. Sowohl ein Vorstandsmitglied als auch ein beteiligtes Kreditinstitut meldeten am heutigen Donnerstag die Zuteilung von Bezugsrechten. Für den Faserhersteller setzt sich damit ein schwacher Handelstag fort, zu dessen Kursabschlag keine gesonderte Unternehmensmeldung vorlag.
Im Rahmen der Barkapitalerhöhung erhielt Christian Skilich aus dem Vorstand der Lenzing AG insgesamt 1.710 Bezugsrechte zugeteilt. Als Ausführungstag für diese Transaktion wies die Meldung den Dienstag aus. Am selben Tag verbuchte auch die Oberbank AG ein Paket von 1.493.524 Bezugsrechten, wie aus einer weiteren Veröffentlichung hervorgeht.
Die gemeldeten Transaktionen stehen im Zusammenhang mit den Stützungszusagen für die Kapitalmaßnahme. Neben der Oberbank begleiten die B&C-Gruppe und der Großaktionär Suzano die Transaktion als Garantiegeber. Das Handelsblatt berichtete dazu am Dienstag, dass sich Analysten skeptisch zu einem Ausbau des Lenzing-Investments durch Suzano geäußert hätten.
Rahmenbedingungen der Barkapitalerhöhung
Die Kapitalmaßnahme war vor gut einer Woche eingeleitet worden, und der Kurs verlor seither 19,5 Prozent. Das Unternehmen strebt einen Bruttoerlös von rund 300 Millionen Euro an. Insgesamt sollen 34.756.362 neue Stückaktien ausgegeben werden, wobei das Bezugsverhältnis auf zehn zu neun festgelegt wurde.
Der Bezugspreis von 8,65 Euro je Aktie entspricht einem rechnerischen Abschlag von 42,50 Prozent auf den theoretischen Ex-Bezugsrechtspreis. Bestehende Papiere werden bereits seit dem 2. Oktober ex Bezugsrecht gehandelt. Der erhebliche Preisabschlag und die Verwässerung bestehender Anteile belasten die Marktstimmung spürbar.
Analystenvotum und Ausblick
Zusätzliche Skepsis brachte eine Neueinschätzung von Berenberg mit sich, die am 2. Oktober vorgelegt wurde. Die Bank stufte die Aktie von „Kaufen“ auf „Halten“ ab und reduzierte das Kursziel drastisch von 29,50 Euro auf 17,00 Euro. Die Analysten verwiesen unter anderem auf anhaltende Kosteninflation und Restrukturierungsrückstellungen infolge von Werksschließungen.
Der Handel mit den Bezugsrechten an der Wiener Börse läuft planmäßig bis einschließlich 14. Oktober. Die Bezugsfrist selbst endet voraussichtlich am 20. Oktober; für diesen Tag ist auch eine internationale Privatplatzierung nicht bezogener Aktien vorgesehen.
Die Abwicklung und Bereitstellung der neuen Anteilsscheine soll am 23. Oktober erfolgen, vorbehaltlich der Eintragung ins Firmenbuch. Die Ergebnisse für das dritte Quartal 2026 legt Lenzing am 5. November vor.
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