Lenzing Aktie: Reicht das Nonwovens-Geld?

Der Erlös stärkt Finanzierung und Kapitalbasis; zugleich steigt die Aktienzahl, während die Umsetzung des Konzernumbaus noch aussteht.

Die Kernpunkte:
  • Kapitalerhöhung brachte 301,2 Millionen Euro
  • Bezugsquote lag bei 99 Prozent
  • 34.756.362 neue Aktien ausgegeben
  • Handelsstart am 23. Oktober vorgesehen

Bei Lenzing stehen sich zwei Folgen der Finanzierung gegenüber: mehr Kapital für den Konzernumbau und eine deutlich größere Aktienbasis. Die abgeschlossene Bezugsrechts-Kapitalerhöhung stärkt die Finanzierung der Strategie „Grow Nonwovens, Reset Textiles“. Für Anleger zählt damit nicht allein der Mittelzufluss. Entscheidend ist auch, welche wirtschaftlichen Fortschritte Lenzing mit dem zusätzlichen Kapital erzielt.

Finanzierung für den strategischen Umbau

Der Bruttoerlös der Kapitalerhöhung beträgt EUR 301,2 Mio. Die neuen Aktien wurden zu jeweils EUR 8,65 ausgegeben. Lenzing will die Mittel sowohl für seine Strategie als auch zur Stärkung der Kapitalstruktur einsetzen.

Damit verbindet das Unternehmen die Finanzierung des Umbaus mit einer Stärkung seiner Kapitalbasis. Für die Bewertung sind diese beiden Verwendungszwecke zu unterscheiden: Der Mittelzufluss steht fest, der wirtschaftliche Nutzen der finanzierten Maßnahmen muss sich im Geschäft zeigen. Der Abschluss der Finanzierung ist deshalb nicht mit einem abgeschlossenen Konzernumbau gleichzusetzen.

Die Bezugsquote erreichte 99 Prozent. Die übrigen Aktien verkauften die Konsortialbanken am Markt. Das vorläufige Ergebnis des Bezugsangebots vom Dienstag ist damit durch den gemeldeten Abschluss überholt: Die Restplatzierung ist keine ausstehende Aufgabe mehr.

Größere Aktienbasis als Gegenstück

Der hohen Beteiligung am Bezugsangebot steht die Verwässerung durch die Ausgabe neuer Aktien gegenüber. Reuters nannte die mit deutlichem Abschlag angekündigte Kapitalerhöhung als konkreten Auslöser der starken Kursbewegung Anfang Oktober. Die erfolgreiche Platzierung und der damalige Verwässerungsdruck beschreiben somit unterschiedliche Seiten derselben Transaktion.

Lenzing gab 34.756.362 neue Aktien aus. Nach der angekündigten Notierungsausdehnung beträgt die Aktienanzahl 73.374.542. Der Mittelzufluss geht folglich mit einer erheblich verbreiterten Aktienbasis einher.

B&C-Gruppe und Suzano zeichneten zusammen gut die Hälfte des Angebots. Auch Oberbank beteiligte sich. Diese Unterstützung half, die Finanzierung zu tragen; sie ist jedoch getrennt von der Frage zu betrachten, wie erfolgreich Lenzing die Mittel operativ einsetzt.

Nächster Schritt ist die Handelsaufnahme

Lieferung und Handelsaufnahme der neuen Aktien sind für den 23. Oktober vorgesehen. Laut Lenzing stehen sie unter dem Vorbehalt der Eintragung der Kapitalerhöhung im Firmenbuch. Die Wiener Börse hat die entsprechende Ausweitung der Notierung angekündigt.

Für Anleger bleibt damit eine klare Unterscheidung: Die Kapitalbeschaffung ist abgeschlossen, die technische Umsetzung folgt nach dem vorgesehenen Zeitplan. Darüber hinaus richtet sich der Blick auf die Verwendung des Erlöses. Erst die Umsetzung der Strategie kann zeigen, wie sich die gestärkte Kapitalstruktur und die größere Aktienbasis wirtschaftlich zusammenfügen.

Anzeige

Stand heute, 22. Oktober: Lenzing – Kaufen, halten oder verkaufen?

Wer in Lenzing investiert ist oder einen Einstieg prüft, sollte die Lage jetzt neu bewerten. Die Gratis-Analyse vom 22. Oktober gibt die klare Antwort – und zeigt, warum Abwarten gerade jetzt riskanter sein kann, als es wirkt.

Lenzing: Gratis-Analyse (PDF) öffnen …

Diskussion zu Lenzing