Lenzing Aktie: Verwässerung droht!
Die geplante Emission über rund 300 Millionen Euro verwässert Anteile; Berenberg senkte das Kursziel auf 17 Euro und votiert mit Hold.

- Aktie verliert 4,3 Prozent
- Bezugsabschlag beträgt rechnerisch 42,50 Prozent
- Kapitalerhöhung über rund 300 Millionen Euro geplant
- Berenberg senkt Kursziel auf 17 Euro
Ein hoher rechnerischer Bezugsabschlag belastet die Papiere von Lenzing am Aktienmarkt spürbar. Die Aktie des Faserherstellers verzeichnete heute ein Minus von 4,3 Prozent und fiel auf 13,18 Euro.
Den konkreten Auslöser für den Abgabedruck liefert der rechnerische Abschlag von 42,50 Prozent gegenüber dem theoretischen Kurs ohne Bezugsrecht. Dieser Schritt prägt das Geschehen an der Wiener Börse, wo die Papiere bereits unmittelbar nach Bekanntgabe der Transaktion spürbar unter Druck geraten waren.
Für die Altaktionäre bedeutet die Maßnahme eine erhebliche Verwässerung ihrer Anteile, sofern sie nicht von ihrem Bezugsrecht Gebrauch machen. Der Vorstand hatte die Transaktion mit Zustimmung des Aufsichtsrats beschlossen, um frisches Kapital einzuwerben. Die Marktteilnehmer preisen die veränderten Konditionen schrittweise ein, wobei die Unsicherheit über die künftige operative Ertragskraft die Zurückhaltung an den Handelsplätzen verstärkt.
Konditionen der 300-Millionen-Euro-Emission
Im Mittelpunkt steht eine vollständig garantierte Barkapitalerhöhung, mit der das Management einen angestrebten Bruttoerlös von rund 300 Millionen Euro erzielen will. Zu diesem Zweck werden bis zu 34.756.362 neue Aktien ausgegeben. Der festgelegte Bezugspreis liegt bei 8,65 Euro je Anteilsschein.
Das Bezugsverhältnis wurde auf zehn zu neun festgelegt, sodass Aktionäre für zehn gehaltene Anteile neun neue Papiere erwerben können. Die offizielle Bezugsfrist begann am heutigen Dienstag und erstreckt sich bis einschließlich 20. Oktober 2026. Parallel dazu läuft der Handel mit den entsprechenden Bezugsrechten an der Wiener Börse noch bis einschließlich 14. Oktober 2026. Nach Veröffentlichung der Bezugsaufforderung haben die Anteilseigner nun zwei Wochen Zeit, über ihre Beteiligung an der Kapitalmaßnahme zu entscheiden.
Berenberg senkt Daumen nach Preisschwäche
Neben der bilanziellen Maßnahme sorgte eine Abstufung der Privatbank Berenberg am Freitag für zusätzliche Skepsis. Analyst Sebastian Bray strich die Kaufempfehlung und stufte das Votum von „Buy“ auf „Hold“ zurück. Parallel dazu senkte das Haus das Kursziel für die Aktie von 29,50 Euro deutlich auf 17,00 Euro.
Medienberichten zufolge begründete der Experte den Schritt unter anderem damit, dass sich zuvor gestiegene Preise für Viskose und Baumwolle nicht im erhofften Umfang in den Geschäftsergebnissen des Konzerns niederschlugen.
Zudem verwies Berenberg auf die bevorstehende Kapitalerhöhung sowie auf insgesamt schwächere Perspektiven für die operative Ertragsentwicklung. Die Kombination aus Ertragsrisiken und Kapitalverwässerung veranlasst viele Anleger dazu, vorerst an der Seitenlinie zu bleiben.
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