Lenzing Aktie: Verwässerungs-Schock!

Die Ausgabe neuer Aktien soll Lenzings Bilanz stärken; der Bezugspreis liegt 42,5 Prozent unter dem theoretischen Ex-Bezugsrechtspreis.

Die Kernpunkte:
  • 34,76 Millionen neue Aktien vorgesehen
  • Rund 300 Millionen Euro Bruttoerlös angestrebt
  • Berenberg senkte Rating und Kursziel
  • Goldman Sachs reduzierte Beteiligung auf 3,86 Prozent

Die Aktie der Lenzing AG verzeichnete am heutigen Mittwoch einen deutlichen Kursverlust von 9,0 Prozent auf 11,68 Euro. Für den anhaltenden Abgabedruck sorgt die Kapitalerhöhung mit Bezugsrechten, mit der das Unternehmen seine Bilanz stärken will. Der Markt reagiert auf die Ausgabe von Millionen neuer Anteile zu einem drastischen Preisabschlag.

Die Maßnahme dient der Restrukturierung der Bilanz und ist von Banken vollständig abgesichert. Für das Unternehmen bedeutet der Schritt frische Liquidität, für Altaktionäre hingegen eine spürbare Verwässerung ihrer bisherigen Anteile.

Konditionen der laufenden Bezugsfrist

Die Bezugsfrist läuft bis einschließlich 20. Oktober. Lenzing gibt im Rahmen der Transaktion insgesamt 34.756.362 neue Aktien aus, um einen Bruttoerlös von rund 300 Millionen Euro zu erzielen.

Aktionäre können ihre Bezugsrechte nutzen, um ihren relativen Anteil am Unternehmen zu verteidigen. Wer nicht mitzieht, muss einen Wertverlust seiner bisherigen Beteiligung hinnehmen.

Der Bezugspreis wurde auf 8,65 Euro je Aktie festgesetzt. Dies entspricht einem Abschlag von 42,5 Prozent gegenüber dem theoretischen Ex-Bezugsrechtspreis.

Dieser erhebliche Preisabschlag übt anhaltenden Druck auf den Börsenkurs aus. Für bestehende Anleger stellt sich während der Bezugsphase die Frage, ob sie die neuen Anteile zeichnen oder die Verwässerung akzeptieren wollen.

Berenberg senkt Kursziel und Einstufung

Auf Analystenseite stieß die Entwicklung auf Skepsis. Berenberg stufte die Lenzing-Aktie am 2. Oktober von „Buy“ auf „Hold“ herab. Parallel dazu senkte die Bank ihr Kursziel von 29,50 Euro auf 17 Euro.

Berenberg begründete die vorsichtigere Haltung unter anderem mit den Belastungen durch die Kapitalmaßnahme. Hinzu komme eine erwartete Zurückhaltung von Suzano. Zudem hätten sich gestiegene Preise für Viskose und Baumwolle nicht in dem erhofften Umfang in den Geschäftsergebnissen des Faserherstellers niedergeschlagen.

Verschiebungen im Aktionariat

Begleitend zur Transaktion kam es zu Veränderungen bei institutionellen Adressen. The Goldman Sachs Group reduzierte die Gesamtposition laut Stimmrechtsmitteilung auf 3,86 Prozent, nach zuvor gemeldeten 9,98 Prozent.

Auch die NN Group N.V. verzeichnete eine entsprechende Schwellenberührung. Bis zum Abschluss der Zeichnungsfrist am 20. Oktober bleibt die Abwicklung der Kapitalmaßnahme der bestimmende Faktor für das Marktgeschehen rund um den Faserhersteller.

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