Lenzing Aktie: Zehnjahrestief erreicht
Der Faserhersteller Lenzing verzeichnete 2025 einen operativen Gewinnanstieg, doch ein Umsatzrückgang und hohe Abschreibungen führten zu einem Nettoverlust. Der Aktienkurs fiel auf ein neues Tief.

- Aktienkurs erreicht neues Zehnjahrestief
- Operatives EBITDA stieg um 7,6 Prozent
- Nettoverlust von 135 Millionen Euro
- Abbau von 600 Stellen in Österreich geplant
Trotz einer spürbaren operativen Erholung im vergangenen Geschäftsjahr findet die Lenzing-Aktie keinen Halt. Der Fall unter die psychologisch wichtige Marke von 21 Euro markiert einen neuen Tiefpunkt in einer langjährigen Abwärtsbewegung. Anleger strafen das Papier ab, während das Management mit massiven Stellenstreichungen in Österreich gegensteuert.
Operative Fortschritte verpuffen an der Börse
Das abgelaufene Geschäftsjahr 2025 hinterlässt ein zweigeteiltes Bild. Einerseits gelang es dem Faserhersteller, die Profitabilität auf operativer Ebene zu steigern. Das bereinigte EBITDA kletterte um 7,6 Prozent auf 425,6 Millionen Euro, was einer verbesserten Marge von 15,9 Prozent entspricht. Dieser Zuwachs ist primär auf ein striktes Kostenmanagement zurückzuführen, das bereits Einsparungen von über 200 Millionen Euro realisierte.
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Allerdings konnten diese Effekte die Schwäche auf der Einnahmeseite nicht vollständig kompensieren. Ein schwieriges Marktumfeld für Standardfasern drückte den Umsatz um 2,3 Prozent auf 2,60 Milliarden Euro. Unter dem Strich verbuchte Lenzing zudem einen Nettoverlust von 135,2 Millionen Euro. Belastet wurde das Ergebnis maßgeblich durch eine Wertminderung von 82,1 Millionen Euro am indonesischen Standort.
Radikaler Sparkurs in Österreich
Um die Resilienz des Konzerns zu erhöhen, verschärft der Vorstand unter dem Motto „Lead Transformation – Generate Impact“ die Sparmaßnahmen. Ein zentraler und schmerzhafter Bestandteil dieser Strategie ist die Reduktion der Belegschaft:
- Geplanter Stellenabbau: rund 600 Arbeitsplätze an österreichischen Standorten
- Angestrebte Kostensenkung: 45 Millionen Euro jährlich bis Ende 2027
- Davon bereits umgesetzt: 22 Millionen Euro
Diese Maßnahmen sollen die Wettbewerbsfähigkeit sichern, während Kapazitätserweiterungen im globalen Markt für Standardfasern den Preisdruck hochhalten.
Bilanzielle Entlastung und technischer Druck
Ein Lichtblick für Investoren findet sich in der Cashflow-Entwicklung. Der Free Cashflow stieg deutlich auf 173,9 Millionen Euro an. Diese Liquidität nutzte das Unternehmen konsequent zum Schuldenabbau und senkte die Nettofinanzverschuldung auf 1,35 Milliarden Euro. Flankiert wurde dies durch neue Finanzierungsmaßnahmen, darunter ein Hybridbond über 500 Millionen Euro.
Der Kapitalmarkt reagierte dennoch mit Skepsis auf die jüngsten Zahlen. Mit einem Schlusskurs von 20,50 Euro am Freitag notiert die Aktie nur knapp über dem erst am Donnerstag markierten 52-Wochen-Tief von 20,10 Euro. Der Abstand zum 50-Tage-Durchschnitt hat sich auf über 17 Prozent ausgeweitet, was den massiven technischen Verkaufsdruck unterstreicht.
Zwar beobachtet das Management für das erste Quartal 2026 eine leichte Nachfragebelebung bei Zellstoff und Fasern, doch bleibt die Unsicherheit am Markt bestehen. Ohne eine Rückkehr zu signifikantem Umsatzwachstum dürfte die Stabilisierung auf der Kostenseite allein nicht ausreichen, um eine nachhaltige Trendwende des Aktienkurses einzuleiten.
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