Leonardo Aktie: Edgewing nimmt Standort Turin in Betrieb

Der Standort Turin ist in Betrieb; Leonardo prüft zudem Siena-Investitionen und lotet Mondkooperationen aus.

Die Kernpunkte:
  • Edgewing nimmt Zentrum in Turin in Betrieb
  • Drei Fertigungslinien sind vorgesehen
  • Leonardo signalisiert Bereitschaft für Siena-Investitionen
  • Mondexploration: Partner prüfen Zusammenarbeit

Das multinationale Rüstungsvorhaben Global Combat Air Programme nimmt auf industrieller Ebene konkrete Formen an. Das Gemeinschaftsunternehmen Edgewing, an dem der italienische Luft- und Raumfahrtkonzern Leonardo, die britische BAE Systems sowie die japanische Gesellschaft Japan Aircraft Industrial Enhancement Co. Ltd. zu gleichen Teilen beteiligt sind, hat am Freitag seinen ersten nationalen Entwicklungsstandort im italienischen Turin in Betrieb genommen. Für das Konsortium markiert dieser Schritt den Übergang von der konzeptionellen Abstimmung zur ingenieurtechnischen Umsetzung.

Drei Entwicklungszentren und geplante Fertigungslinien

Bei der neuen Niederlassung in Turin handelt es sich Medienberichten zufolge um den ersten von insgesamt drei geplanten weltweiten Standorten des Gemeinschaftsunternehmens. Leonardo-Chef Lorenzo Mariani stellte im Rahmen der Eröffnung die künftige industrielle Struktur des Programms dar: Vorgesehen sind demnach drei parallele Fertigungslinien in den beteiligten Partnerländern. Die italienische Endlinie soll ihren Platz am Standort Caselle finden.

Das Rüstungsprojekt zielt auf die gemeinsame Entwicklung eines Kampfflugzeugs der nächsten Generation ab. Die Bündelung der Kräfte in einer gemeinsamen Gesellschaft soll Entwicklungsrisiken minimieren und die technologischen Kompetenzen der drei beteiligten Nationen verzahnen.

Lieferketten und industrielle Präsenz

Die operative Aufstellung der Industrie stand bereits wenige Tage zuvor im Mittelpunkt. Auf dem Trans-Regional Seapower Symposium in Venedig betonte Konzernchef Mariani am 6. Oktober, dass die industrielle Überlegenheit moderner Streitkräfte maßgeblich von der Beherrschung und Stabilität der Zulieferketten abhänge.

Parallel zu den militärischen Großprogrammen prüft der Konzern Anpassungen seiner heimischen Produktionsbasis. Nach Angaben des italienischen Ministers für Unternehmen und Made in Italy, Adolfo Urso, vom vergangenen Donnerstag steht Leonardo für Investitionen am früheren Standort des Hausgeräteherstellers Beko in Siena bereit. Dies könnte möglicherweise im Rahmen eines Firmenclusters erfolgen, wobei die genauen Investitionsdetails und das künftige Produktionsspektrum noch offen sind.

Über die Luftfahrtaktivitäten hinaus erweitert das Unternehmen sein Portfolio im Weltraumsektor. Gemeinsam mit Telespazio und dem Unternehmen ispace unterzeichnete der Konzern eine Absichtserklärung, um Kooperationsmöglichkeiten bei der Mondexploration auszuloten. Dabei sollen Technologien aus den Bereichen Raumfahrt, Robotik und künstliche Intelligenz geprüft werden.

An der Börse notierte das Papier am gestrigen Montag zum Handelsschluss bei 47,58 Euro, was einem Tagesgewinn von 1,7 Prozent entspricht. Der Rüstungs- und Technologiekonzern kommt damit auf eine Marktkapitalisierung von 26,56 Milliarden Euro.

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