Leonardo Aktie: Iveco-Deal winkt!
Ein US-Vertrag, die genehmigte Iveco-Übernahme und höhere italienische Verteidigungsausgaben stärken Leonardos Geschäftsaussichten.

- Iveco-Zukauf ohne Auflagen genehmigt
- Drohnenabwehrvertrag bis zu 500 Millionen Dollar
- NASA-Auftrag läuft über zehn Jahre
- Italien plant höhere Verteidigungsausgaben
Ein Zusammentreffen strategischer Fortschritte hat die Aktien von Leonardo heute angetrieben. Im europäischen Handel legte das Papier um 3,9 Prozent auf 50,23 Euro zu. Neben regulatorischen Weichenstellungen in Brüssel stützen ein millionenschwerer Auftrag in den USA sowie geplante Budgeterhöhungen im italienischen Verteidigungshaushalt das Geschäft des Luft- und Raumfahrtkonzerns.
Grünes Licht für Zukauf und Satellitenbündnis
Für maßgeblichen Rückenwind sorgte die europäische Wettbewerbsbehörde, die Medienberichten zufolge die Übernahme von Iveco Defence Vehicles ohne Auflagen genehmigt hat. Die Transaktion besitzt ein geschätztes Volumen von rund 1,6 Milliarden Euro und stärkt das Landsystemegeschäft der Italiener.
Gleichzeitig zeichnet sich für das Satelliten-Gemeinschaftsunternehmen mit Airbus und Thales, bekannt unter dem Projektnamen Bromo, ein zügigeres Verfahren ab. Laut Bloomberg strebt die Europäische Union eine beschleunigte kartellrechtliche Prüfung an, um die europäische Raumfahrt im Wettbewerb mit US-Anbietern wie SpaceX schlagkräftiger aufzustellen.
Die beteiligten Konzerne dürften in den kommenden Wochen formelle Anträge einreichen. Geplant ist eine Struktur, bei der Airbus 35 Prozent hält, während auf Leonardo und Thales jeweils 32,5 Prozent der Anteile entfallen. Der operative Start des Gemeinschaftsunternehmens wird für 2027 angestrebt.
US-Vertrag und wachsende Verteidigungsetats
Zusätzliche Impulse kommen aus dem nordamerikanischen Markt. Die US-Tochter Leonardo DRS sicherte sich einen Vertrag zur Drohnenabwehr mit einem potenziellen Volumen von bis zu 500 Millionen US-Dollar. Bereits am Mittwoch hatte Leonardo DRS zudem einen Zuschlag als Hauptauftragnehmer im Beschaffungsprogramm SEWP VI der US-Weltraumbehörde NASA mit einer zehnjährigen Laufzeit bis 2036 erhalten.
Flankiert wird diese operative Dynamik durch die Finanzpolitik in Rom. Der italienische Haushaltsplan für 2027 sieht eine Anhebung der nationalen Verteidigungsausgaben von 1,3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts im laufenden Jahr auf 1,6 Prozent vor, was zusätzlichen Mitteln von rund 8 Milliarden Euro entspricht.
Das Analysehaus Intermonte rechnet vor allem ab den Jahren 2027 und 2028 mit spürbaren Effekten für die heimische Rüstungsindustrie und verweist unter anderem auf das Marineprogramm DDX, bei dem auf Leonardo Aufträge im Umfang von 1,7 Milliarden Euro inklusive Optionen entfallen.
Mit dem heutigen Kurssprung verringert die Aktie den Abstand zu ihrem 52-Wochen-Hoch von 66,24 Euro, das sie im März markiert hatte. Vor dem Hintergrund anhaltender geopolitischer Spannungen in Osteuropa und einer Neubewertung europäischer Rüstungskapazitäten bündelt der Konzern gegenwärtig sowohl staatliche Förderzusagen als auch konkrete Auftragserfolge auf mehreren internationalen Kernmärkten.
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