Leonardo Aktie: Rechenpower für Satelliten

Leonardo und Unibap entwickeln eine angepasste iX20-Version für die Verarbeitung von Erdbeobachtungsdaten an Bord von Space Guardian.

Die Kernpunkte:
  • Unibap-Rechner für Space Guardian vorgesehen
  • Satelliten sollen Daten im Orbit auswerten
  • SAR- und optische Satelliten vernetzt
  • Finanzdetails und Zeitplan fehlen

Leonardo holt sich Verstärkung für seine Erdbeobachtung aus dem All. Die Raumfahrtsparte des italienischen Rüstungs- und Technologiekonzerns kooperiert mit dem schwedischen Spezialisten Unibap Space Solutions. Ziel ist es, Aufklärungsdaten direkt im Orbit auszuwerten, statt sie erst zur Erde zu funken.

Datenverarbeitung direkt im Orbit

Im Zentrum steht eine speziell angepasste Version von Unibaps Hochleistungsrechner iX20. Sie soll den Anforderungen von Verteidigungs- und Notfalleinsätzen im Weltraum gerecht werden. Die Plattform läuft künftig an Bord von Space Guardian, Leonardos eigener Erdbeobachtungskonstellation.

Der Gedanke dahinter ist einfach. Bisher wandern große Mengen roher Sensordaten zum Boden und werden erst dort analysiert. Verarbeiten die Satelliten die Informationen selbst, verkürzt sich der Weg von der Beobachtung bis zur nutzbaren Erkenntnis. Für militärische und taktische Entscheidungen zählt genau dieser Zeitgewinn.

Die Konstellation vereint Radarsatelliten (SAR) und optische Satelliten mit sehr hoher Auflösung. Sie sind über schnelle Verbindungen untereinander vernetzt. Technologien aus dem Raumfahrtverbund mit Thales Alenia Space, Telespazio und e-geos fließen ein.

Aussagen der Manager

Massimo Claudio Comparini, Chef der Space Division bei Leonardo, spricht von einer „erneuerten“ Zusammenarbeit mit Unibap. Die Technik soll Daten schon im All in verwertbare Informationen verwandeln. Das stärke zugleich das Angebot an geospatialen Diensten für staatliche wie kommerzielle Kunden.

Unibap-Chef Johan Åman sieht darin einen wichtigen Schritt, Edge Computing zur Kernfähigkeit für europäische und alliierte Aufklärung aus dem All zu machen. Finanzielle Details oder einen Zeitplan nennen die Partner nicht.

Personalie am Rande

Ein ehemaliger Leonardo-Manager rückt derweil anderswo auf: Clyde Woltman, früher Chef von Leonardo Helicopters US, sitzt seit heute im Verwaltungsrat des eVTOL-Entwicklers Vertical Aerospace. Für Leonardo selbst ist das ohne Belang, es zeigt aber, wie gefragt das Know-how aus dem Konzern ist.

Börsenrelevant ist vor allem die Kooperation. Sie fügt sich in Leonardos Strategie, Raumfahrt, Sensorik und Verteidigung stärker zu verzahnen. Konkrete Umsatzeffekte lassen sich daraus noch nicht ableiten, der Fokus liegt zunächst auf der Entwicklung der angepassten iX20-Version für Space Guardian.

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