Leoni: Kündigt sich hier eine Trendwende an?

Beim Autozulieferer Leoni lief es im zweiten Quartal so gut, dass der Spezialist für Kabel und Bordsysteme nun optimistischer auf das Gesamtjahr blickt. Damit eröffnet sich der Aktie auch eine neue Option, um aus ihrer Talsohle herauszukommen.

Im zurückliegenden Quartal setzte Leoni 1,33 Milliarden Euro um. Dies entsprach einem Anstieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 7 %. Wie das Unternehmen mitteilte, konnte man für die hauseigenen Bordnetzsysteme und Kabelsätze eine robuste Nachfrage feststellen.

Vorjahreswerte durch Sondererlöse aufgebläht

Allerdings ließ die Profitabilität auf den ersten Blick zu wünschen übrig. Nach einem operativen Gewinn auf Ebene EBIT im vergangenen Jahr in Höhe von 87 Millionen Euro konnte Leoni nur 62 Millionen Euro erzielen. Allerdings war das Vorjahresergebnis durch Verkaufserlöse überproportional gesteigert worden. Damals hatte man das Geschäft mit Haushalts- und Elektrogerätekabeln verkauft. Der Vollständigkeit halber: Netto verdiente das in Nürnberg beheimatete Unternehmen nun gut 42 Millionen Euro nach 61,29 Millionen Euro im Vorjahr. Auch hier kam das Minus hauptsächlich durch die im Vorjahr aufgeblähten Ergebnisse zustande.

Leoni erhöht Prognose

Diese Einschätzung wird auch nachvollziehbar angesichts der leicht optimistischeren Einschätzung für das Gesamtjahr. So rechnet der Autozulieferer nun mit einem Gesamtumsatz von 5,1 Milliarden Euro. Die bisherige Prognose lag bei mindestens 5 Milliarden Euro. Die Schätzung für das operative Ergebnis (EBIT) beließ Leoni zwischen 215 und 235 Millionen Euro. Was vor allem daran liegt, dass noch Vorlaufkosten für neue Projekte das Ergebnis belasten werden.

Setzt die Aktie zum Turnaround an?

Dennoch dürfte der Markt insgesamt mit den Ergebnissen und dem Ausblick zufrieden gestellt werden können. Was auch der Aktie eine neue Perspektive verschafft. Dieser hatte sich im Laufe des bisherigen Jahres von 66 Euro auf zeitweise fast 40 Euro verschlechtert. Zuletzt gab es eine Seitwärtsbewegung, die noch keine wesentlichen neuen Impulse setzen konnte.

Das könnte sich nun ändern. Wobei als erste Herausforderung sicherlich die 50-Tage-Linie im Bereich von 45 Euro angesehen werden muss. Auf gleicher Höhe gibt es auch noch einen Widerstand. Gelänge hier der Ausbruch, könnte die Aktie durchaus eine Turnaround-Dynamik entfalten.

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