LEONI tief in den roten Zahlen

Der Autozulieferer LEONI musste bei seinem Quartalsergebnis ordentlich Federn lassen. Das durch den Millionenbetrug geschädigte Unternehmen wies mit den neuesten Zahlen einen hohen Verlust aus. Stand im letzten Jahr noch ein Gewinn von 29,8 Mio. Euro in den Büchern, musste man nun ein Minusergebnis vor Zinsen und Steuern von 12,7 Mio. Euro vermelden. Die bereits im September gekappte Prognose wurde erneut vom Konzern bestätigt.

© Leoni
© Leoni

Im August hatte LEONI eingeräumt, Opfer eines Internetbetrugs geworden zu sein. Die Täter hätten dabei "gefälschte Dokumente und Identitäten" sowie "elektronische Kommunikationswege" genutzt, hieß es damals. In der Folge seien rund 40 Mio. Euro auf Konten im Ausland transferiert worden. Die internen Untersuchungen zum Betrugsfall seien inzwischen weit fortgeschritten. Die externen Ermittlungen liefen aber noch. LEONI prüft weiterhin die Geltendmachung von Ersatzansprüchen, wobei eine Klärung im laufenden Geschäftsjahr nicht zu erwarten sei.

LEONI bestätigt Prognose

Wie der Kabel- und Bordnetzhersteller am Mittwoch meldete, entwickelte man sich in den ersten neun Monaten 2016 operativ im Rahmen der Erwartungen. Das Unternehmen erzielte ein leichtes organisches Wachstum, das aber durch negative Effekte aus Kupferpreis- und Wechselkursveränderungen überkompensiert wurde. Der Konzernumsatz lag deshalb mit 3,31 Mrd. Euro rund 2 % unter dem vergleichbaren Vorjahreswert von 3,37 Mrd. Euro. Davon entfielen 1,07 Mrd. Euro auf das dritte Quartal.

Der Vorstand geht weiterhin davon aus, im Gesamtjahr 2016 einen Konzernumsatz von rund 4,4 Mrd. Euro und ein EBIT von circa 65 Mio. Euro zu erreichen, im Gegensatz zu 151,3 Mio. Euro in 2015. Das Ergebnis beinhaltet geplante Restrukturierungsaufwendungen von rund 30 Mio. und die Belastung aus dem Betrugsfall von circa 40 Mio. Euro. Nach der Bekanntgabe der Zahlen rutschte die Aktie im Xetra-Handel um mehr als 6 % auf 34 Euro zu Mittag ab.

%d Bloggern gefällt das: