Linde Aktie: Kasachstan-Projekt könnte 500 Millionen kosten

Linde setzt auf Elektronik und Raumfahrt, übernimmt Anlagen in Indien und vereinbart ein neues Projekt in Kasachstan.

Die Kernpunkte:
  • Linde-Aktie legt zwei Prozent zu
  • Elektronik und Raumfahrt im strategischen Fokus
  • Zwei Anlagen von Tata Steel übernommen
  • Kasachstan-Projekt mit bis zu 500 Millionen Dollar

Mit einem Kursplus von 2,0 % auf 426,00 Euro ging die Aktie von Linde am Freitag aus dem Handel. Für Rückenwind sorgten positive Analystenreaktionen auf den Investorentag des Industriegasekonzerns, der die Endmärkte Raumfahrt und Elektronik in den Mittelpunkt stellte.

Beide Segmente sollen laut CNBC bis zum Jahr 2030 rund 20 % des Konzernumsatzes ausmachen. Zusätzliche Unterstützung erhielt die Notierung durch eine allgemeine Markterholung im Umfeld rückläufiger Anleiherenditen.

Ausbau in wachstumsstarken Nischen

Die strategische Ausrichtung auf Technologiebereiche zeigt sich auch in regionalen Schritten. In Indien erwarb die Konzerntochter Linde India Ende September ein rund acht Acres großes Grundstück in Sanand im Bundesstaat Gujarat. Dort soll eine Produktionsstätte entstehen, die Kunden aus dem Bereich des Halbleiter-Packaging beliefert. Finanzielle Details zu dieser Investition nannte das Unternehmen nicht.

Die Konzentration auf Elektronik- und Raumfahrtanwendungen trifft bei Beobachtern auf Zuspruch. Jefferies-Analyst Laurence Alexander bestätigte am Mittwoch seine Einstufung mit „Buy“ und beließ das Kursziel bei 560 $. Er verwies dabei insbesondere auf langfristige Trends, die den Auftragseingang des Konzerns prägen.

Neue Industrieabkommen in Asien

Neben den Zukunftsmärkten treibt das Unternehmen das klassische Industriegasegeschäft voran. Am Mittwoch schloss Linde India die Übernahme von zwei Luftzerlegungsanlagen mit einer Kapazität von jeweils 1.800 Tonnen pro Tag von Tata Steel am Standort Kalinganagar ab. Die Belieferung des Stahlherstellers mit Industriegasen aus diesen Einheiten wurde aufgenommen.

Parallel dazu vereinbarten Linde und das Unternehmen Qarmet am Mittwoch den Bau einer neuen Luftzerlegungsanlage im kasachischen Temirtau. Wie der Pressedienst des kasachischen Präsidenten mitteilte, könnten die potenziellen Investitionen von Linde in neue Projekte in Kasachstan ein Volumen von bis zu 500 Millionen $ erreichen.

Trotz der jüngsten Erholung notiert das Papier noch rund 11 % unter seinem 52-Wochen-Hoch von 479,80 Euro. Die Kombination aus milliardenschweren Großprojekten und dem Vorstoß in Margenfelder wie die Chipproduktion soll die Basis für die angestrebte Umsatzstruktur des Konzerns bis zum Ende des Jahrzehnts legen.

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