Linde Aktie: Lincare-Sparte unter Prüfung

Linde erwägt den Verkauf der US-Heimbeatmungssparte Lincare und hebt die Jahresprognose an. Rekordauftragsbestand stützt das Wachstum.

Die Kernpunkte:
  • Lincare-Verkauf wird geprüft
  • Prognose für 2026 angehoben
  • Rekordauftragsbestand von 8,1 Mrd. Dollar
  • Quartalsdividende von 1,60 Dollar

Der Industriegasekonzern Linde stellt strategische Weichen für sein US-Geschäft und reagiert damit auf eine zuletzt unter Druck geratene Profitabilität in einzelnen Segmenten. Das Management hat eine umfassende Prüfung der US-Heimbeatmungssparte Lincare eingeleitet, wobei eine Veräußerung als mögliche Option im Raum steht.

Diese Entscheidung folgt auf eine Margenkompression im zweiten Quartal. Parallel dazu zeigt sich die Konzernführung für das Gesamtjahr 2026 zuversichtlicher und hat das untere Ende der Prognose für das bereinigte Ergebnis je Aktie auf eine Spanne von 17,70 bis 17,90 US-Dollar angehoben.

Rekordauftragsbestand durch Großprojekte im Halbleitersektor

Die operative Entwicklung im Kernbereich wird maßgeblich durch den Ausbau der Kapazitäten für die Halbleiterindustrie gestützt. Medienberichten zufolge sicherte sich Linde kürzlich bedeutende Investitionsprojekte: In Phoenix, Arizona, ist eine Erweiterung im Volumen von 1,0 Milliarde US-Dollar geplant.

Weitere 800 Millionen US-Dollar fließen über das Joint Venture Linde LienHwa in Anlagen in Taiwan. Ziel dieser Investitionen ist die Versorgung eines führenden Chipherstellers mit hochreinen Gasen.

Dieser Fokus auf Wachstumsmärkte spiegelt sich in den Auftragsbüchern wider. Der Auftragsbestand für den Gasverkauf erreichte einen Rekordwert von 8,1 Milliarden US-Dollar.

Im zweiten Quartal des laufenden Jahres erwirtschaftete das Unternehmen bereits einen Umsatz von 9,29 Milliarden US-Dollar, was einem Zuwachs von 9,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht. Das bereinigte Ergebnis je Aktie lag mit 4,50 US-Dollar leicht über den Erwartungen des Marktes.

Analysten sehen Aufwärtspotenzial trotz Kostendruck

An der Börse wurde die Aktie am Freitag mit einem Schlusskurs von 417,80 € gehandelt. Seit Jahresanfang verzeichnet der Titel damit ein Plus von 15 Prozent. Zum 52-Wochen-Hoch von 479,80 €, das Anfang Juli markiert wurde, besteht derzeit ein Abstand von rund 13 Prozent.

Die Einschätzungen der Analystenhäuser spiegeln eine grundsätzlich positive Grundstimmung wider, wenngleich die Kursziele zuletzt moderat angepasst wurden. Evercore ISI erhöhte am Mittwoch das Kursziel auf 525,00 US-Dollar und bestätigte die Einstufung „Outperform“. Die Experten verwiesen auf die robuste Projektpipeline.

Im Gegensatz dazu senkte BMO Capital Markets am 10. August das Kursziel auf 546,00 US-Dollar, blieb jedoch ebenfalls bei einer Kaufempfehlung. Als Grund für die Korrektur nannten die Analysten Gegenwind durch die Kosteninflation im Gesundheitssegment. Weitere Institute wie Citigroup, UBS und RBC hatten bereits Anfang August Kursziele in einer Spanne zwischen 553,00 und 612,00 US-Dollar formuliert.

Kontinuität bei Kapitalrückzahlungen

Neben der operativen Neuausrichtung setzt Linde die Beteiligung der Aktionäre am Unternehmenserfolg fort. Am Mittwoch erklärte das Unternehmen eine Quartalsdividende von 1,60 US-Dollar je Aktie. Die Auszahlung soll am 17. September an die zum Stichtag 3. September eingetragenen Aktionäre erfolgen.

Flankiert werden diese Ausschüttungen durch das laufende Aktienrückkaufprogramm. Vorgestern gab Linde ein Update zu einer weiteren Tranche dieser Maßnahme bekannt, die ursprünglich im Oktober 2023 autorisiert wurde.

Am Donnerstag wurden zudem nicht näher spezifizierte Insidertransaktionen gemeldet, was im Zusammenhang mit der laufenden Überwachung regulatorischer Meldepflichten steht. Institutionelle Anleger wie Confluence Investment Management reduzierten zwar zuletzt geringfügig ihre Positionen, halten das Papier jedoch weiterhin als eine ihrer größten Portfolio-Positionen.

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