Linde: Ohne Stress zum Kursgewinn

Die Linde-Aktie ist ziemlich teuer, weswegen sie sich in den kommenden Monaten kaum verteuern dürfte. Daher ordern clevere Börsianer ein darauf basierendes Bonus-Zertifikat. Damit können sie innerhalb von weniger als zehn Monaten eine attraktive Rendite erzielen – auch dann, wenn der DAX-Titel 20 Prozent an Wert verlieren sollte.

© Linde
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Im August dieses Jahres ist der Kurs der Linde-Aktie nach oben geschossen, nachdem der DAX-Konzern bestätigt hatte, Gespräche mit dem US-Rivalen Praxair bezüglich einer Fusion zu führen. Analysten betonten damals, dass nach einem Zusammenschluss der beiden Unternehmen Synergien realisiert werden können und Linde dann wieder der weltweit führende Anbieter von Industrie- und Medizingasen wäre.

Mit dieser Argumentation stuften sie den Anteilschein von Linde als kaufenswert ein. Zum Teil wurden Kursziele von 180 Euro genannt. Aufgrund solcher Expertenmeinungen sind manche Anleger bei Linde eingestiegen. Leider hat der DAX-Titel dann im September deutlich an Wert verloren. Denn die Fusionsgespräche wurden beendet, weil sich die Vorstände von Linde und Praxair in Detailfragen nicht einigen konnten.

Kosten bei Linde sollen ab 2019 deutlich sinken

Von dem Rückschlag im September hat sich die Linde-Aktie inzwischen erholt, was positiv zu werten ist. Zu bedauern ist allerdings, dass Finanzchef Georg Denoke nach den gescheiterten Verhandlungen mit dem US-Konkurrenten aus dem Linde-Konzern ausgeschieden ist. Außerdem verkündete Vorstandschef Dr. Wolfgang Büchele, dass er nicht für eine zweite Amtszeit zur Verfügung stehen wird.

Er wird also nur noch bis Ende April 2017 das Unternehmen führen. Ein Nachfolger wird zurzeit gesucht. Erfreulicherweise hat der scheidende Vorstandsvorsitzende dem Konzern einen harten Sparkurs verordnet: Ab 2019 sollen die Kosten jährlich um 550 Millionen Euro sinken, wodurch sich die Profitabilität verbessern wird.

Umsatz sinkt in beiden Sparten

Die langfristigen Perspektiven von Linde sind gut. Aber die Zahlen für die ersten neun Monate des Geschäftsjahres 2016 sind nicht berauschend ausgefallen: In der Sparte Industrie- und Medizingase verringerte sich der Umsatz um 3,3 Prozent auf 11,02 Milliarden Euro und im Segment Anlagenbau ist der Umsatz um 13,1 Prozent auf 1,74 Milliarden Euro zurückgegangen. Immerhin konnte die operative Marge im Gasegeschäft von 27,5 auf 28,1 Prozent verbessert werden. In der Anlagenbau-Sparte verharrte die operative Marge hingegen auf dem Vorjahresniveau von 8,4 Prozent.

Solides und renditestarkes Bonuspapier

Im Durchschnitt erwarten Analysten, dass Linde im nächsten Jahr den Gewinn je Aktie von 6,65 auf 7,67 Euro steigern wird. Somit beträgt das 2017er-KGV 19,9. Aufgrund dieser hohen Bewertung dürfte sich der DAX-Titel in den kommenden Monaten nur geringfügig verteuern. Vor diesem Hintergrund ist es sinnvoll, sich im Zertifikate-Sektor nach lukrativen Alternativen zum Anteilschein von Linde umzuschauen.

Zu denen zählt beispielsweise ein von der Deutschen Bank emittiertes Capped-Bonus-Zertifikat (WKN: DL7DCF), das mit einer Barriere bei 120 Euro ausgestattet ist. Damit erzielen Anleger bis zum 20. September 2017 eine Rendite von 8,7 Prozent (Stand: 25.11.2016), wenn der Kurs der Linde-Aktie während der Laufzeit nie die 120-Euro-Marke erreicht. Das Chance-Risiko-Verhältnis dieses Bonuspapiers ist gut. Denn zum einen liegt die Barriere deutlich unter dem aktuellen Kurs des Basiswertes und zum anderen kostet das Zertifikat 5,34 Euro (Stand: 25.11.2016) weniger als die Linde-Aktie.

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