Lindt & Sprüngli Aktie: 75% Kakao-Preisfall erzwingt Nachlässe
Der Schokoladenkonzern senkt nach schwachem Osterabsatz die Preise und korrigiert die Jahresprognose nach unten.

- Preissenkungen nach schwachem Ostergeschäft
- Jahresprognose für 2026 gesenkt
- Rückläufige Absatzmengen trotz Umsatzplus
- Aktienrückkaufprogramm stützt den Kurs
Volle Regale trotz Rabattaktionen. Das Ostergeschäft lief für Lindt & Sprüngli schlechter als erwartet. Nun droht auch im wichtigen Weihnachtsgeschäft ein Konflikt mit dem Einzelhandel. Der Aktienkurs spiegelt die angespannte Lage wider.
Druck vom Handel erzwingt Preissenkungen
Der Ärger im Supermarkt ist greifbar. Rewe-Chef Lionel Souque kritisierte den Schweizer Schokoladenkonzern öffentlich. Der Vorwurf lautet, Lindt gebe gesunkene Rohstoffpreise nicht an die Kunden weiter. Kakao verbilligte sich an den Märkten zuletzt um rund 75 Prozent.
Die Verbraucher reagieren zurückhaltend. Selbst ein gemeinsamer Rabatt von 25 Prozent mit Edeka kurbelte den Osterverkauf kaum an. Lindt reagiert nun mit konkreten Zugeständnissen.
Der Konzern senkt die Preise für ausgewählte Produkte. Die klassischen 100-Gramm-Tafeln kosten künftig 2,19 Euro statt 2,69 Euro. Auch für das Weihnachtsgeschäft plant Lindt Preisanpassungen.
Der beliebte Schoko-Weihnachtsmann soll einen Euro günstiger werden. Die unverbindliche Preisempfehlung fällt auf 7,99 Euro.
Schwacher Tourismus bremst das Wachstum
Zusätzlich dämpft eine gesenkte Prognose die Erwartungen. Das Management korrigierte die Ziele für das Jahr 2026 nach unten. Der Konzern erwartet nun ein organisches Wachstum von vier bis sechs Prozent.
Konzernchef Adalbert Lechner macht dafür auch den schwachen Tourismus verantwortlich. Das trifft Lindt besonders hart. Das Unternehmen verkauft viele Produkte an Flughäfen und in Metropolen wie London oder Paris.
Ein Blick auf das Vorjahr zeigt das Kernproblem. 2025 wuchs der Umsatz organisch um 12,4 Prozent. Ausschließlich Preiserhöhungen von 19 Prozent trieben dieses Wachstum.
Die Kunden kauften im vergangenen Jahr spürbar weniger Schokolade. Die Folge: Die abgesetzte Menge schrumpfte um 6,6 Prozent. Das Management erwartet auch für das erste Halbjahr 2026 noch ein leicht negatives Volumen.
Lagerabbau spült Millionen in die Kasse
Ein positiver Impuls kommt von der Liquidität. Im vergangenen Jahr band Lindt rund 320 Millionen Franken in teurem Kakao-Lagerbestand. Dieser Effekt löst sich im laufenden Jahr auf.
Das Management peilt einen freien Cashflow von rund 600 Millionen Franken an. Das entspricht mindestens zehn Prozent des Umsatzes. Diese Mittel sichern die Dividende ab.
Zusätzlich stützt ein neues Aktienrückkaufprogramm den Kurs. Der Konzern kauft seit Mai 2026 Papiere für bis zu eine Milliarde Franken zurück.
Der Aktienkurs zeigt die Skepsis der Investoren. Der Partizipationsschein schloss am Freitag bei 9.950 Euro. Damit notiert das Papier knapp 21 Prozent unter dem Niveau vom Jahresanfang. Das 52-Wochen-Tief bei 9.880 Euro bleibt in unmittelbarer Reichweite. Ab der zweiten Jahreshälfte muss Lindt beweisen, dass die gesenkten Preise das Volumenwachstum zurückbringen.
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