LinkedIn übertrifft Prognose, Aktie dennoch unter Druck

Der Betreiber des sozialen Netzwerkes LinkedIn lag mit seinen Zahlen für das zweite Quartal des laufenden Geschäftsjahres deutlich über den Erwartungen. Anleger sorgten daraufhin in einer ersten freudigen Reaktion für einen Kursanstieg der Aktie um rund 10%.

 

© Pixabay
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Dieser Effekt hielt jedoch leider nicht lange an. Am Markt setzte sich die Erkenntnis durch, dass das enorme Umsatzwachstum nicht der Erholung im Kerngeschäft zu verdanken war. Vielmehr wurde dies durch die von LinkeIn im 2. Quartal übernommene lynda.com generiert. Das brachte die Aktie des Konzern nachbörslich unter Druck, sodass diese fast 5% wieder abgeben musste.

 

Umsatz toppt Analystenerwartungen, Aktie unter Druck

Die Experten gingen im Vorfeld der Berichterstattung von einem Umsatz in Höhe von 680 Mio. Dollar aus. Letztlich präsentierte LinkedIn ein Umsatzwachstum im 2. Quartal von 711,7 Mio. Dollar, was einer Steigerung von einem Drittel entspricht. Damit hatte auch der Konzern selbst nicht gerechnet, in Aussicht gestellt worden waren 670 bis 675 Mio. Dollar.

Der um Sonderkosten bereinigte Gewinn kletterte auf 71 Mio. Dollar, also 0,55 Dollar je Aktie. Hier lagen die Erwartungen der Analysten bei 0,30 Dollar je Aktie.

 

Hohe Kosten sorgen für Verlust

LinkedIn hatte sich in der Vergangenheit eine Optimierung der internen Struktur verordnet. Ziel war es, neue Werbekunden zu gewinnen und die Geschäftskunden im Kundenstamm zu halten. Viele nutzen das Portal, um Bewerber für zu besetzende Stellen zu finden.

Das Geschäft mit Personalvermittlungen läuft an sich gut und trägt insgesamt 62% zum Konzernumsatz bei. Fraglich sind jedoch die hohen Ausgaben. Zwar lag der Umsatz auf einem sehr hohen Niveau, dem standen jedoch Ausgaben von 792 Mio. Dollar gegenüber. Das bedeutete unter dem Strich ein Verlust von 68 Mio. Dollar, auch wenn um Sonderkosten bereinigt letztendlich schwarze Zahlen standen.

Hohe Ausgaben für Vertrieb und Entwicklung aber auch für den Zukauf von neuen Geschäften verursachten diesen Kostenberg. Per Ende Juni waren 380 Mio. Nutzer bei LinkedIn registriert, ein Plus von 21% gegenüber dem Quartal des Vorjahres.

 

Umsatzsteigerung dank Übernahme

Darüber hinaus konnte LinkedIn im 2. Quartal die Übernahme von lynda.com abschließen. Diese Plattform ist eine Bibliothek für Schulungsvideos und kostete LinkedIn insgesamt die stolze Summe von 1,5 Mrd. Dollar. Für den Berichtszeitraum konnte lynda.com einen Umsatz von 18 Mio. Dollar zum Gesamtergebnis beitragen.

 

Prognose von LinkedIn enttäuscht den Markt

Aufgrund dieser Akquisition erhöhte die Konzernleitung von LinkedIn ihre Umsatzprognose für das Gesamtjahr. Nachdem man im April die Prognose auf 2,9 Mrd. Dollar heruntergeschraubt hatte, wurde nach dem Zukauf von lynda.com die Prognose auf 2,94 Mrd. Dollar angehoben.

Damit zeigten sich Kenner der Branche unzufrieden, da die Differenz lediglich dem Zukauf von LinkedIn zuzuschreiben ist. Demzufolge wird ein weiterhin schleppendes Kerngeschäft bei LinkedIn vermutet wie beispielsweise eine anhaltende Schwäche bei der Bildschirmwerbung.

 

Aktie von LinkedIn verliert nachbörslich

Die Aktie liegt derzeit mit 207,00 Euro unterhalb der wichtigen Marke bei 210,00 Euro. Nach den nachbörslichen Verlusten könnte sich der Druck auf die Papiere zum heutigen Handelsbeginn weiter verstärken.

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Gleichzeitig steht zu befürchten, dass auch die Aktie des Konkurrenten Xing in den Abwärtsstrudel gerät. Diese steht vor dem nächsten Widerstand bei 155,00 Euro und könnte durchaus auch heute im Hinblick auf den Verlauf bei LinkedIn unter Druck geraten.

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