Lockheed Aktie: 10,5 Milliarden für USSOCOM-Logistik

Lockheed Martin erhält 10,5-Milliarden-Dollar-Vertrag für Logistik der US-Spezialkräfte. Weitere Großaufträge von Navy und NATO stärken die Auftragsbücher.

Die Kernpunkte:
  • Rahmenvertrag über 10,5 Milliarden Dollar
  • Unterstützung für US-Spezialkräfte bis 2038
  • Weitere Navy-Aufträge für F-35 und Raketen
  • Produktionsausbau bei Patriot-Raketen geplant

Der US-Rüstungskonzern Lockheed Martin hat sich einen weitreichenden Rahmenvertrag zur Unterstützung der US-Spezialkräfte gesichert. Das U.S. Special Operations Command (USSOCOM) benannte das Unternehmen als Hauptauftragnehmer für das Programm „Special Operations Forces Global Logistics Support Services“ (SOF GLSS II). Das Auftragsvolumen beläuft sich auf insgesamt rund 10,5 Milliarden US-Dollar bei einer Laufzeit von bis zu zwölf Jahren.

Langfristige Absicherung durch Logistik-Mandat

Der neue Vertrag stellt eine Fortführung der bereits seit 2010 bestehenden Zusammenarbeit dar und umfasst die globale Lieferkette, die Wartung von Flugzeugen und Fahrzeugen sowie IT-Unterstützung und Infrastrukturleistungen. Die Vereinbarung sieht eine fünfjährige Basiszeit sowie verschiedene Optionen vor, die den Vertrag bis zum 10. August 2038 verlängern können. Lockheed Martin setzte sich in einem wettbewerblichen Verfahren durch, bei dem insgesamt vier Angebote eingingen.

Das operative Zentrum für diesen Auftrag bleibt der Standort Bluegrass Station in Lexington, Kentucky, wo mehr als 3.300 Mitarbeiter beschäftigt sind. Die wirtschaftliche Bedeutung dieses Abschlusses ist erheblich: Mit einem Volumen von 10,5 Milliarden US-Dollar entspricht der Auftrag etwa 14 Prozent des jährlichen Konzernumsatzes, der zuletzt bei rund 75,11 Milliarden US-Dollar lag. Neben der langfristigen Planungssicherheit stärkt dieser Zuschlag die Position von Lockheed Martin als größter Dienstleister des US-Spezialkräftekommandos.

Weitere Milliardenaufträge der US Navy und NATO-Kooperationen

Parallel zum USSOCOM-Mandat meldet der Konzern weitere Erfolge im Verteidigungssektor. Die U.S. Navy erteilte einen Auftrag über 1,6 Milliarden US-Dollar für die Lieferung von Ersatzteilen für die F-35-Flotte. Zudem erhielt das Unternehmen einen Vertrag über 850 Millionen US-Dollar für die Lebensdauerverlängerung der Trident II D5LE2-Raketen. Diese Aufträge ergänzen den hohen Auftragsbestand, der zum Ende des Geschäftsjahres 2025 bereits ein Volumen von 165 Milliarden US-Dollar erreichte.

Auch auf internationaler Ebene weitet Lockheed Martin seine Präsenz aus. Im Rahmen des NATO-Gipfels in Ankara wurden Allianz-Verträge im Wert von über 50 Milliarden US-Dollar thematisiert. In diesem Kontext unterzeichnete Lockheed Martin eine Absichtserklärung mit Rheinmetall, um die Produktion von ATACMS-Raketen in Deutschland zu etablieren. CEO Jim Taiclet kündigte zudem an, die jährliche Produktion von Patriot-Abwehrraketen innerhalb der nächsten drei bis vier Jahre von 650 auf 2.000 Einheiten steigern zu wollen.

Fokus auf Quartalszahlen und Produktionsausbau

Die Aufmerksamkeit der Anleger richtet sich nun auf den 23. Juli 2026, wenn Lockheed Martin die Ergebnisse für das zweite Quartal vorlegen wird. Analysten erwarten einen normalisierten Gewinn pro Aktie (EPS) von 7,18 US-Dollar, was einer deutlichen Steigerung gegenüber dem Vorjahreszeitraum entsprechen würde. Im ersten Quartal 2026 lag das EPS noch bei 6,44 US-Dollar. Zur Effizienzsteigerung plant das Management zudem, über einen Zeitraum von fünf Jahren rund 3,2 Milliarden US-Dollar in die Automatisierung der Fertigung zu investieren.

An der Börse notierte die Lockheed-Aktie zuletzt bei 449,70 €. Trotz der jüngsten Auftragsmeldungen notiert der Wert mit einem Abstand von -3,21 % knapp unter seinem gleitenden 200-Tage-Durchschnitt. Auf Sicht der vergangenen zwölf Monate verzeichnet das Papier jedoch ein Plus von 11,12 %. Laut Einschätzung der Analysten von TIKR.com liegt das durchschnittliche Kursziel bei 608 US-Dollar, wobei fünf Häuser die Aktie zum Kauf empfehlen und ein Experte zum Verkauf rät. Die erwartete Volatilität rund um die anstehende Quartalsveröffentlichung wird am Markt mit etwa 4 % taxiert.

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