Lockheed Aktie: Rheinmetall-Deal für ATACMS ab 2027

Lockheed Martin verfehlt Quartalserwartungen leicht, hält aber an Jahreszielen fest. Analysten senken Kursziel, während Auftragsbestand und Produktionsausbau wachsen.

Die Kernpunkte:
  • Kursziel von TD Cowen gesenkt
  • Gewinn und Umsatz unter Prognosen
  • Auftragspolster von 194 Milliarden Dollar
  • Produktion von PAC-3-Raketen verdreifacht

Lockheed Martin steuert auf einen entscheidenden Sommer zu. Während Analysten ihre Kursziele vorsichtiger kalibrieren, treibt der Rüstungskonzern seine Produktionskapazitäten massiv voran. Investoren blicken nun gespannt auf die kommenden Quartalszahlen.

Die Investmentbank TD Cowen senkte das Kursziel jüngst von 600 auf 560 US-Dollar. Die Experten bleiben bei ihrer „Hold“-Einstufung. Grund für die abwartende Haltung war unter anderem die Performance im ersten Quartal.

Mit einem Gewinn von 6,44 US-Dollar je Aktie blieb der Konzern leicht hinter den Erwartungen zurück. Der Umsatz lag mit rund 18 Milliarden US-Dollar ebenfalls unter den Prognosen. Der Vorstand hält dennoch an den Zielen für das Geschäftsjahr 2026 fest. Er erwartet Erlöse von bis zu 80 Milliarden US-Dollar.

Volle Auftragsbücher und stabile Belegschaft

Ein massives Auftragspolster von 194 Milliarden US-Dollar stützt das langfristige Geschäftsmodell. Das entspricht etwa dem Zweieinhalbfachen eines aktuellen Jahresumsatzes. Besonders das PAC-3-Raketensystem steht im Fokus der Kapazitätsplanung. Lockheed Martin plant, die Produktion auf jährlich 2.000 Einheiten zu verdreifachen.

Ein neuer Tarifvertrag sichert die operative Stabilität bis zum Jahr 2030 ab. Die Einigung mit der Gewerkschaft IAM District 776 betrifft 5.000 Fachkräfte an wichtigen Standorten wie Fort Worth. Die Belegschaft erhält Lohnsteigerungen zwischen vier und sechs Prozent.

Das sichert die personellen Ressourcen für das wichtige F-35-Programm. Parallel dazu baut der Konzern seine Präsenz in Europa aus. Die Übernahme von Ultra Maritime und die Kooperation mit Rheinmetall markieren hierbei strategische Meilensteine.

Allianz mit Rheinmetall

Geplant ist das erste europäische Produktionszentrum für ATACMS-Raketen. Die Fertigung wichtiger Komponenten soll dort im Jahr 2027 starten. Diese Expansion erfolgt in einem Marktumfeld, das von globalen Spannungen geprägt bleibt.

Aktuell notiert die Aktie bei 458,70 Euro — ein Plus von gut acht Prozent seit Jahresbeginn. Die Marktstimmung bleibt trotz einer Volatilität von rund 30 Prozent stabil. Der Relative-Stärke-Index (RSI) deutet mit einem Wert von 51 auf eine ausgeglichene technische Lage hin.

Die Quartalszahlen Ende Juli liefern die nächsten harten Fakten. Im Fokus steht dabei vor allem der Fortschritt bei der Beseitigung von Lieferengpässen im F-35-Programm. Gelingt hier eine Beschleunigung, könnte dies die jüngste Skepsis der Analysten entkräften.

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