Lockheed Martin Aktie: 826 Millionen für Raketen
Lockheed Martin gewinnt Space-Force-Aufträge und erhält UBS-Rückenwind. Das Raketengeschäft bleibt zentraler Wachstumstreiber bis 2028.

- 113,5 Millionen Dollar für GPS-Modernisierung
- Rahmenvertrag wächst auf über 10,48 Milliarden
- UBS hebt Kursziel auf 674 Dollar
- Quantum Innovation Hub in Zürich angekündigt
Am Freitag sicherte sich Lockheed Martin neue Aufträge der U.S. Space Force im Gesamtwert von 113,5 Millionen US-Dollar. Die Mittel fließen in die Modernisierung des GPS-Bodensegments, wobei 96 Millionen US-Dollar für das Kontrollsystem der nächsten Generation (GPS IIIF) vorgesehen sind.
Weitere 17,5 Millionen US-Dollar investiert das Militär in die erste Phase einer Hardware- und Software-Erneuerung, um die Signalresilienz und Anti-Jamming-Kapazitäten zu stärken.
Parallel dazu wurde bekannt, dass das Unternehmen eine Vertragsänderung für die Beschaffung von präzisionsgelenkten Luft-Boden-Raketen und Seezielflugkörpern erhalten hat. Diese Anpassung im Wert von rund 826 Millionen US-Dollar erhöht den Gesamtwert des entsprechenden Rahmenvertrags auf über 10,48 Milliarden US-Dollar.
UBS sieht deutliches Potenzial im Raketengeschäft
Die operativen Fortschritte werden von einer optimistischen Einschätzung der Analysten von UBS begleitet. Am vergangenen Dienstag stufte die Bank das Papier von „Neutral“ auf „Buy“ hoch und passte das Kursziel massiv von 581 auf 674 US-Dollar an.
Analyst Gavin Parsons begründete diesen Schritt mit der Erwartung eines jährlichen Umsatzwachstums von rund 9 Prozent bis zum Jahr 2028. Als wesentliche Treiber identifizierte er das florierende Raketengeschäft, darunter ein Rahmenabkommen für das THAAD-System mit einem Volumen von bis zu 35 Milliarden US-Dollar sowie umfangreiche Vereinbarungen zum Patriot-System (PAC-3).
Bereits im Juli hatte der Konzern bei der Vorlage seiner Quartalszahlen einen Rekord-Auftragsbestand von 230 Milliarden US-Dollar gemeldet und die Umsatzprognose für das Gesamtjahr 2026 auf bis zu 81,75 Milliarden US-Dollar angehoben. Diese robuste Auftragslage stützt die langfristige Planungssicherheit des Verteidigungsunternehmens, das zuletzt eine Quartalsdividende von 3,45 US-Dollar pro Aktie ankündigte, die am 25. September ausgezahlt wird.
Innovationen bei Quantentechnologie und Terminplanung
Abseits der klassischen Rüstungsgüter treibt das Unternehmen technologische Partnerschaften voran. Am Donnerstag kündigte Lockheed Martin gemeinsam mit IBM und armasuisse die Gründung eines Quantum Innovation Hubs an der ETH Zürich an.
Ziel ist die Installation eines Quantensystems bis Ende 2026, um Anwendungen in der Navigation und der additiven Fertigung metallischer Legierungen zu erforschen. Solche Initiativen unterstreichen das Bestreben des Managements, die technologische Führungsposition durch zivile und militärische Kooperationen abzusichern.
Für Investoren steht in der kommenden Woche zudem ein wichtiger Termin an: Am 17. September nehmen CEO Jim Taiclet und CFO Evan Scott an einer Investorenkonferenz von Morgan Stanley teil. Marktteilnehmer erhoffen sich von diesem Auftritt weitere Details zur operativen Umsetzung der massiven Rahmenverträge und zur künftigen Cashflow-Entwicklung.
Marktumfeld und aktuelle Bewertung
Im aktuellen Börsenumfeld notiert die Aktie bei 452,40 Euro. Trotz der starken Auftragslage verzeichnete das Papier innerhalb der letzten 30 Tage einen Rückgang von 14 Prozent. Mit einem Abstand von 27 Prozent zum 52-Wochen-Hoch von 616,00 Euro hat sich die Bewertung deutlich von ihren Spitzenwerten entfernt, liegt aber seit Jahresbeginn immer noch mit 8,8 Prozent im Plus.
Der RSI von 37,6 deutet darauf hin, dass sich der Titel nach der jüngsten Korrektur einer technisch überverkauften Zone nähert, während die neuen Milliardenaufträge die fundamentale Basis festigen.
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