Lockheed Martin Aktie: Kampfjet-Rückenwind?

Ein Zehnjahresrahmen für die F-35 und Wachstum im Raketengeschäft stützen Morgan Stanleys optimistischere Bewertung; BofA bleibt neutral.

Die Kernpunkte:
  • Morgan Stanley stuft Lockheed Martin hoch
  • Kursziel steigt auf 835 US-Dollar
  • F-35-Rahmen umfasst zehn Jahre
  • BofA hält an neutraler Bewertung fest

Morgan Stanley bewertet Lockheed Martin seit heute deutlich optimistischer. Das Analysehaus hebt sein Urteil von „Equal Weight“ auf „Overweight“ und erhöht das Kursziel von 690 auf 835 US-Dollar. Den Ausschlag gibt der langfristige Rahmen für das F-35-Programm: Er verringert nach Einschätzung der Bank wesentliche Risiken. Die Zuversicht teilen allerdings nicht alle Analysten im gleichen Umfang.

Mehr Planungssicherheit beim F-35

Laut CNBC sieht Morgan-Stanley-Analystin Kristine Liwag in der Vereinbarung mit der US-Regierung einen wichtigen Fortschritt. Der Rahmen erstreckt sich über zehn Jahre und sieht eine jährliche Produktion von 156 Flugzeugen vor. Damit gewinnt auch die Lieferkette an Planungssicherheit.

Für die Bewertung ist diese Perspektive entscheidend: Morgan Stanley begründet die Hochstufung nicht allein mit dem jüngsten Quartalsergebnis. Im Mittelpunkt steht vielmehr die Erwartung, dass sich die künftige Produktion verlässlicher planen lässt. Das senkt aus Sicht des Hauses die Abwärtsrisiken für Lockheed Martin.

Der Rahmen umfasst mindestens 850 Flugzeuge für das US-Militär sowie Ersatzteile, Modifikationskits und die weltweite Flottenwartung. Lockheed Martin will mindestens 7 Mrd. US-Dollar aus eigenen Mitteln in Programmmaßnahmen investieren.

Die Vereinbarung ist allerdings noch kein endgültiger Beschaffungsvertrag. Ihre Umsetzung hängt von der Zustimmung des Kongresses und der Bereitstellung der Mittel ab. Hinzu kommen Preis- und Lieferverhandlungen. Anleger sollten die größere Planungssicherheit deshalb nicht mit bereits vollständig abgesicherten Erlösen gleichsetzen.

Raketengeschäft stützt die optimistische Einschätzung

Neben dem Kampfjetprogramm verweist Morgan Stanley auf die planmäßig laufende Raketenproduktion. Im dritten Quartal 2026 legte der Umsatz von Missiles and Fire Control gegenüber dem Vorjahr um 24 % zu. Für die nächsten fünf Jahre erwartet das Analysehaus dort Wachstum im mittleren Zehnprozentbereich.

Damit beruht die positive Einschätzung auf mehreren operativen Säulen. Während der F-35-Rahmen vor allem Unsicherheit reduzieren soll, liefert das Raketengeschäft bereits kräftiges Wachstum. Die erwartete weitere Expansion bleibt jedoch eine Prognose und ist noch kein gesichertes Ergebnis.

Auch der Auftragsbestand unterstreicht die Nachfrage: Er erreichte 292 Mrd. US-Dollar und stieg damit gegenüber dem Vorquartal um 27 %. Darin enthalten ist ein PAC-3-MSE-Mehrjahresvertrag über 52,5 Mrd. US-Dollar.

Der hohe Bestand schafft eine Grundlage für künftige Umsätze. Für die wirtschaftliche Bewertung kommt es zugleich darauf an, wie profitabel Lockheed Martin diese Aufträge abarbeitet und wann daraus liquide Mittel entstehen.

BofA bleibt wegen Cashflow vorsichtig

Genau an diesem Punkt setzt die zurückhaltendere Einschätzung von BofA Securities an. Das Haus erhöht sein Kursziel heute von 600 auf 620 US-Dollar, bestätigt aber lediglich „Neutral“. Es verweist auf anhaltenden Margendruck im Bereich Aeronautics und möglichen Cashflow-Gegenwind 2027.

BofA erkennt damit ebenfalls die stärkeren F-35-Verkäufe und das Wachstum im Raketengeschäft an. Anders als Morgan Stanley leitet die Bank daraus jedoch keine positive Neueinstufung ab.

Für Anleger liegt die entscheidende Trennlinie somit zwischen besserer Produktionsplanung und finanzieller Umsetzung. Morgan Stanley gewichtet die geringere Unsicherheit stärker. BofA verlangt mehr Sicherheit bei Margen und Mittelzuflüssen. Der langfristige Rahmen stärkt die Wachstumsperspektive von Lockheed Martin, beseitigt diese operativen Risiken aber nicht.

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