Lockheed Martin Aktie: Kostenwarnung trübt Zahlenfest

Höhere Jahresziele und ein F-35-Rahmenabkommen treffen auf ungedeckte Kosten beim Los 20 und einen niedrigeren Quartals-Cashflow.

Die Kernpunkte:
  • Quartalsumsatz wächst um elf Prozent
  • Jahresprognose zum zweiten Mal angehoben
  • F-35-Rahmenabkommen umfasst 850 US-Jets
  • Los-20-Kosten übersteigen die Finanzierung

Starke Quartalszahlen, ein Rahmenabkommen über 850 F-35-Jets und eine zweite Prognoseanhebung in Folge: Lockheed Martin liefert heute Schlagzeilen im Dreierpack. Im Kleingedruckten der Quartalsmitteilung steckt allerdings ein Hinweis, der den Jubel dämpft.

Zahlen mit Rückenwind

Der Umsatz stieg im dritten Quartal um 11 Prozent auf 20,7 Milliarden Dollar, der Nettogewinn um 14 Prozent auf 1,8 Milliarden Dollar. Je Aktie standen 7,97 Dollar zu Buche, nach 6,95 Dollar im Vorjahr. Alle vier Segmente wuchsen.

Den größten Sprung machte die Raketensparte Missiles and Fire Control mit einem Umsatzplus von 24 Prozent. Hochfahrende Produktion bei PAC-3, THAAD, GMLRS und PrSM trieb das Geschäft.

Die Luftfahrtsparte legte um 13 Prozent zu, getragen vom F-35-Programm. Belastet wurde sie von Gewinnanpassungen bei F-16 und C-130 über jeweils 40 Millionen Dollar.

Der Auftragsbestand erreichte einen Rekord von 292 Milliarden Dollar, ein Plus von 27 Prozent gegenüber dem zweiten Quartal. Darin stecken 52,5 Milliarden Dollar aus dem Mehrjahresauftrag für PAC-3-MSE-Abfangraketen.

Prognose steigt, Cashflow kleiner

Für 2026 erwartet der Konzern nun einen Gewinn von rund 30,35 bis 30,75 Dollar je Aktie bei einem Umsatz von etwa 80 bis 82 Milliarden Dollar. Beim freien Cashflow fällt die Anhebung deutlich aus: Die Spanne steigt auf 7,8 bis 8,0 Milliarden Dollar, zuvor waren es 7,0 bis 7,2 Milliarden.

Im Quartal selbst sank der freie Cashflow dagegen auf 3,0 Milliarden Dollar, nach 3,3 Milliarden im Vorjahr. Das Unternehmen führt das auf höhere Kundenzahlungen im Vorjahresquartal zurück.

F-35: Rahmenvertrag und offene Flanke

Parallel dazu präsentierte Lockheed gemeinsam mit dem US-Verteidigungsministerium ein Rahmenabkommen für die F-35. Es umfasst 850 US-Flugzeuge über zehn Jahre, Ersatzteile, Modifikationskits und Wartung sowie Bestellungen internationaler Kunden für die Lose 21 bis 30. Die Produktionsrate soll bei 156 Jets pro Jahr bleiben.

Noch ist das keine Vertragsvergabe. Zuerst müssen Mehrjahresermächtigung und Mittel in den kommenden Monaten bewilligt werden, dann folgen Details zu Preisen und Zeitplänen. Der Konzern erwartet langfristig Einsparungen in Milliardenhöhe für den Steuerzahler.

Genau hier liegt der Haken. Für die Lose 20 und höher verhandelt Lockheed weiter. Beim Los-20-Vorabvertrag überschreiten die angefallenen Kosten seit dem dritten Quartal die vertragliche Freigabe und Finanzierung. Ohne zusätzliche Mittel drohen laut Unternehmen negative Folgen für Ergebnis, Cashflow und Finanzlage in kommenden Perioden.

Vorbörslich legte die Aktie zu, zuletzt um rund 1 bis 2 Prozent gegenüber dem Mittwochsschluss von 551,51 Dollar. Die Entscheidung des Kongresses über die Mehrjahresermächtigung in den kommenden Monaten bestimmt, ob aus dem Rahmenabkommen ein belastbarer Vertrag wird und die Los-20-Finanzierungslücke geschlossen werden kann.

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