Lockheed Martin Aktie: Marine-Ziele im Visier
Lockheed Martin entwickelt die PrSM für bewegliche Seeziele weiter, während Wolframengpässe und neue US-Regeln die Lieferketten belasten.

- US Army vergibt Auftrag bis 1,2 Milliarden Dollar
- Zweiter Test traf bewegliches Seeziel
- Weitere PrSM-Erprobungen für 2027 angesetzt
- Wolfram bleibt kritischer Versorgungsfaktor
Bewegliche Ziele auf See treffen – das klingt nach einer technischen Randnotiz, ist aber der Kern eines neuen Milliardenauftrags für Lockheed Martin. Die US Army hat dem Rüstungskonzern einen Vertrag über bis zu 1,2 Milliarden Dollar für die Weiterentwicklung der Präzisionsrakete PrSM gesichert. Der Auftrag fällt in eine Phase, in der Washington seine Fähigkeiten für weiträumige Präzisionsschläge deutlich ausbaut.
Zweiter Flugtest gibt den Ausschlag
Den Zuschlag erhielt Lockheed Martin, nachdem die Increment-2-Variante der Precision Strike Missile in einem zweiten Flugtest erfolgreich ein bewegliches Seeziel erfasst hatte. Der erste Test war bereits im März gelaufen, der zweite folgte im August. Weitere Tests sind für 2027 angesetzt.
Der als IDIQ-Vertrag ausgestaltete Auftrag – also mit unbestimmter Liefermenge und unbestimmter Laufzeit – deckt sowohl die erste Beschaffung als auch mögliche Folgeaufträge und die weitere Entwicklung ab. Produziert wird in den eigenen Werken sowie über die breitere US-Zulieferkette des Konzerns.
Die PrSM soll das ältere ATACMS-System ersetzen und ist als nächste Generation der weitreichenden Präzisionswaffen der Army konzipiert. Bereits im März hatte Lockheed Martin mit dem US-Verteidigungsministerium eine siebenjährige Vereinbarung geschlossen, um die jährliche Produktionskapazität auf 550 Raketen zu steigern. Das baut auf einem früheren Armee-Auftrag im Umfang von 4,94 Milliarden Dollar auf. Nach dem ersten Kampfeinsatz der Waffe will der Konzern die Fertigung nun sogar vervierfachen.
Wolfram als Nadelöhr
Während die Nachfrage nach Präzisionswaffen steigt, rückt zunehmend ein Rohstoffproblem in den Blick: Wolfram. Das Metall mit dem höchsten Schmelzpunkt aller reinen Elemente ist unverzichtbar für Munition, Triebwerke und die Bearbeitung von Titanbauteilen in Tarnkappenjets. Peking kontrolliert jedoch mehr als drei Viertel der weltweiten Förderung und dominiert auch die Weiterverarbeitung.
Schärfere US-Rüstungsregeln, die ab 2027 greifen sollen, erhöhen den Druck auf Lockheed Martin und andere Rüstungskonzerne, ihre Lieferketten unabhängiger von chinesischen Quellen aufzustellen. Für einen Konzern, der seine Raketenproduktion gerade vervierfachen will, ist das kein Nebenschauplatz, sondern eine Frage der Versorgungssicherheit.
Die Aktie schloss zuletzt bei 535,40 Dollar, ein moderates Plus im Rahmen der üblichen Tagesschwankungen. Der eigentliche Test für Lockheed Martin liegt jedoch nicht im Kurs, sondern in der Fähigkeit, die geplante Produktionsausweitung trotz möglicher Rohstoff-Engpässe tatsächlich umzusetzen.
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