L’Oréal Aktie: Bitterer Absturz
Der Kosmetikkonzern L'Oréal verfehlt die Umsatzerwartungen für das vierte Quartal 2025 deutlich, was zu einem massiven Kursverfall der Aktie führte.

- Umsatz im Schlussquartal unter Analystenerwartungen
- Starke Währungseffekte belasten das Wachstum
- Gemischte regionale Entwicklung mit Schwäche in Nordasien
- Analysten bewerten die Zahlen gespalten
Die L’Oréal-Aktie erlebte gestern einen schwarzen Tag an der Börse. Der Titel brach um über 6 Prozent ein, die in den USA gehandelten ADRs sogar um 7 Prozent. Grund für den Ausverkauf: Die Zahlen für das vierte Quartal 2025 enttäuschten die Erwartungen der Analysten – trotz oberflächlich solider Jahreszahlen.
Der Kosmetikkonzern meldete für 2025 einen Umsatz von 44,05 Milliarden Euro, ein Plus von 4,0 Prozent auf vergleichbarer Basis. Klingt ordentlich, doch die Märkte hatten mehr erwartet: Der Konsens lag bei 44,26 Milliarden Euro. Noch deutlicher wurde die Verfehlung im Schlussquartal. Mit 11,25 Milliarden Euro blieb L’Oréal klar hinter den prognostizierten 11,47 Milliarden zurück.
Das Wachstum täuscht
Besonders brisant: Das vergleichbare Wachstum von 6 Prozent im vierten Quartal mag auf den ersten Blick dynamisch wirken, doch es verfehlte die Konsenserwartung von 6,3 Prozent. Analyst Charles-Louis Scotti von Kepler Cheuvreux rechnete vor: Bereinigt um IT-Effekte lag das Wachstum bei nur 4,9 Prozent – keine Beschleunigung gegenüber dem dritten Quartal.
CEO Nicolas Hieronimus versuchte dennoch, Optimismus zu verbreiten. Er sprach von einem „prägenden Jahr“ und betonte, das Wachstum habe sich „Quartal für Quartal beschleunigt“. Tatsächlich kamen die USA und China wieder in Fahrt, und die Profitabilität verbesserte sich. Die Bruttomarge kletterte auf 74,3 Prozent, die operative Marge auf 20,2 Prozent. Der Gewinn je Aktie stieg marginal um 0,4 Prozent auf 12,71 Euro.
Währungseffekte belasten massiv
Doch diese positiven Aspekte wurden von einem gewaltigen Problem überschattet: Wechselkurseffekte drückten den Umsatz um 3,6 Prozentpunkte. Das ist ein erheblicher Gegenwind, der die organische Wachstumsdynamik verzerrt.
Regional zeigt sich ein gemischtes Bild. Europa und die Schwellenländer entwickelten sich solide, doch Nordasien blieb schwach. Im vierten Quartal sanken die ausgewiesenen Umsätze dort um 5 Prozent. Immerhin: Das Luxussegment kehrte außerhalb des asiatischen Reiseeinzelhandels zu mittlerem einstelligem Wachstum zurück, und das Geschäft mit dermatologischer Kosmetik beschleunigte im Schlussquartal auf zweistellige Raten.
Analysten bleiben gespalten
Die kanadische Bank RBC hält trotz der enttäuschenden Zahlen an ihrer „Outperform“-Einstufung mit einem Kursziel von 410 Euro fest. Analyst Wassachon Udomsilpa räumte jedoch ein, dass die verfehlten Wachstumserwartungen „nicht hilfreich“ seien – besonders angesichts der vorsichtigen Töne von Wettbewerbern und der hohen Markterwartungen vor den Zahlen.
Hieronimus selbst gibt sich kämpferisch. Für 2026 erwartet er eine „weitere Beschleunigung“ und zeigt sich zuversichtlich, dass L’Oréal den globalen Kosmetikmarkt weiter übertreffen werde. Ob die Anleger ihm das abnehmen, wird sich zeigen. Zunächst einmal haben sie gestern mit den Füßen abgestimmt – und die Aktie auf Talfahrt geschickt.
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