L’Oréal Aktie: Kering-Deal befeuert Rekordhoch
L'Oréal übertraf im dritten Quartal die Umsatzprognosen; zudem vereinbarte Kering den Verkauf seines Beautygeschäfts für rund 4,7 Milliarden US-Dollar.

- Quartalsumsatz über Analystenschätzungen
- Alle Sparten steigerten vergleichbare Erlöse
- Kering stimmte Beautyverkauf an L'Oréal zu
- Goldman Sachs erhöhte das Kursziel
Ein starkes Quartal und ein Milliardenzukauf zur gleichen Zeit: L’Oréal liefert Anlegern gleich zwei Gründe zur Freude. Die Aktie steigt in Paris um gut 3 Prozent und markierte im Tageshoch bei 436,85 Euro ein neues 52-Wochen-Hoch.
Alle Sparten schlagen die Erwartungen
Der Umsatz stieg im dritten Quartal um knapp 12 Prozent auf 11,56 Milliarden Euro. Analysten hatten mit rund 11,24 Milliarden gerechnet. Bereinigt und auf vergleichbarer Basis wuchsen die Erlöse um 7,7 Prozent, erwartet worden waren etwa 5,4 Prozent.
Dabei blieb kein Bereich zurück. Professional Products und Dermatological Beauty legten vergleichbar jeweils um 13,9 Prozent zu. Die Luxussparte wuchs um 7 Prozent und übertraf damit die Prognose von 4,5 Prozent deutlich. Treiber waren eine starke Nachfrage nach Parfüm und eine Erholung in China.
Konzernchef Nicolas Hieronimus hob einen weiteren Punkt hervor. Man sei in Haarpflege und Parfümerie weiter erfolgreich, übertreffe den Markt nun aber auch in der wichtigen Kategorie Hautpflege. Auch der Online-Vertrieb half. Angaben zur Gewinnentwicklung gab es wie zu dieser Jahreszeit üblich nicht.
Kering-Beautysparte wandert zu L’Oréal
Parallel dazu sorgt eine Übernahme für Aufmerksamkeit. Kering hat sich am 22. Oktober zum Verkauf seines Beautygeschäfts an L’Oréal bereit erklärt. Das Paket umfasst das Haus Creed sowie die Duft- und Beautylizenzen für Gucci, Bottega Veneta und Balenciaga, die über 50 Jahre laufen. Der Preis liegt bei rund 4,7 Milliarden US-Dollar. Es ist die größte Akquisition der Firmengeschichte.
Die Analysten ziehen mit. Goldman Sachs hebt das Kursziel von 435 auf 450 Euro und bleibt bei „Buy“. Berenberg bestätigt ebenfalls „Buy“ bei einem Ziel von 447 Euro.
Bewegung ohne Rückenwind vom Markt
Der Kursanstieg hat kaum etwas mit dem Gesamtmarkt zu tun. Der CAC 40 gab zuletzt nach und lag zeitweise im Minus. L’Oréal koppelt sich damit klar vom heimischen Leitindex ab. In New York legten die Hinterlegungsscheine nach den Zahlen zunächst um mehr als 4 Prozent zu.
Die Aktie notiert nun nur noch knapp unter den Kurszielen von Goldman Sachs und Berenberg. Wer weiter nach oben will, braucht den Beleg, dass Hautpflege und China-Erholung auch im Schlussquartal tragen.
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