LPKF Laser Aktie: 24,1 Millionen Auftragseingang trotz Q1-Minus
LPKF-Aktie steigt massiv, während operative Verluste und ein Umsatzrückgang die Quartalsbilanz belasten.

- Aktienkurs vervierfacht sich seit Januar
- Umsatz bricht um 32 Prozent ein
- Auftragseingang steigt auf 24,1 Millionen Euro
- Hauptversammlung im Juni mit Gegenantrag
Die LPKF-Aktie hat sich seit Jahresbeginn mehr als vervierfacht. Der Kurs notiert bei 24,80 Euro — und das, obwohl das Unternehmen im ersten Quartal tief in den roten Zahlen steckt. Selten klafft die Schere zwischen Börsenerwartung und operativer Realität so weit auseinander.
Halbleiter-Experte soll in den Aufsichtsrat
Zur ordentlichen Hauptversammlung im Juni schlagen Vorstand und Aufsichtsrat eine Neubesetzung im Kontrollgremium vor. Dr. Arne Schneider, aktuell Vorstandsvorsitzender der Elmos Semiconductor SE, soll den scheidenden Dr. Dirk Michael Rothweiler ersetzen. Schneider bringt operative Erfahrung aus der Halbleiterindustrie mit — genau die Branche, auf die LPKF seine Zukunft ausrichtet.
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Das Unternehmen setzt dabei auf seine LIDE-Technologie. Das Verfahren erlaubt die hochpräzise Laserbearbeitung von Glassubstraten für das Chipgehäuse der nächsten Generation. Dieser Bereich heißt intern „Advanced Semiconductor Packaging“ und soll mittelfristig zum zentralen Wachstumstreiber werden.
Starke Bestellungen, schwache Umsätze
Die Quartalszahlen sind ernüchternd. Der Umsatz brach im ersten Quartal 2026 um rund 32 Prozent auf 17,1 Millionen Euro ein. Das schwächelnde Solargeschäft drückte das operative Ergebnis auf minus 6,9 Millionen Euro.
Ein Lichtblick: Der Auftragseingang stieg auf 24,1 Millionen Euro. Die Book-to-Bill-Ratio von 1,4 zeigt, dass deutlich mehr bestellt als geliefert wurde. Das ist ein klassisches Vorlaufsignal — ob es sich einlöst, hängt vom weiteren Jahresverlauf ab.
Für 2026 erwartet der Vorstand einen Konzernumsatz zwischen 105 und 120 Millionen Euro. Die bereinigte EBIT-Marge soll zwischen minus 3,0 und plus 4,5 Prozent liegen. Restrukturierungskosten belasten das Jahr zusätzlich mit drei bis vier Prozent des Umsatzes. Eine Dividende gibt es nicht.
Widerstand auf der Hauptversammlung
Das Transformationsprogramm „North Star“ läuft. LPKF hat die Produktion in Suhl gebündelt, den Standort Fürth geschlossen und den Konsortialkreditvertrag vorzeitig bis 2028 verlängert. Bis dahin strebt das Management eine zweistellige operative EBIT-Marge an.
Kein Wunder, dass nicht alle Aktionäre diesen Kurs mitgehen wollen. Ein Gegenantrag zur Hauptversammlung fordert, dem Vorstand die Entlastung zu verweigern. Stattdessen plädieren die Antragsteller für eine sofortige Kapitalerhöhung, um im Advanced-Packaging-Markt aggressiver zu wachsen. Die Verwaltung empfiehlt, den Antrag abzulehnen.
Parallel dazu zeigt LPKF Präsenz auf gleich drei internationalen Fachmessen: der Higher Education Expo China in Nanchang, der ECTC in Orlando und der SPEXA in Japan. Konkrete Aufträge oder Kundennamen nennt das Unternehmen dabei nicht.
Der RSI liegt bei 25,7 — technisch ist die Aktie damit deutlich überverkauft, nachdem sie seit dem 52-Wochen-Tief bei 5,35 Euro um fast 365 Prozent gestiegen ist. Wie viel der eingepreisten Halbleiter-Fantasie sich operativ einlöst, wird spätestens die Hauptversammlung im Juni zeigen.
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