LPKF Laser Aktie: 276 Prozent seit Januar unter Druck

Trotz Kurssprung von 276 Prozent fehlen LPKF finale Großaufträge aus der Halbleiterbranche für nachhaltigen Durchbruch.

Die Kernpunkte:
  • Kursanstieg von 276 Prozent seit Januar
  • Umsatzrückgang im ersten Quartal
  • Auftragseingang steigt auf 24,1 Millionen
  • Hoffnung auf LIDE-Technologie für Halbleiter

LPKF Laser liefert Anlegern in diesem Jahr eine wilde Fahrt. Seit Januar schoss der Kurs um beeindruckende 276 Prozent nach oben. Aktuell notiert das Papier bei 22,60 Euro. Die Luft wird auf diesem Niveau allerdings dünner. Der Markt fordert nun harte Fakten statt reiner Fantasie.

Schwaches Quartal, starke Aufträge

Das erste Quartal lieferte ein gemischtes Bild. Der Umsatz brach auf 17,1 Millionen Euro ein. Das Management macht dafür vor allem ein schwaches Solargeschäft verantwortlich. Das operative Ergebnis rutschte tiefer ins Minus auf -6,9 Millionen Euro.

Ein Lichtblick bleibt der Auftragseingang. Dieser kletterte im Jahresvergleich auf 24,1 Millionen Euro. Das entspricht einer starken Book-to-Bill-Ratio von 1,4. Parallel dazu senkt das Unternehmen mit dem internen Programm „North Star“ erfolgreich seine Kosten.

Die Hoffnung ruht auf Glas

Der wahre Kurstreiber ist jedoch das Advanced Packaging für Halbleiter. LPKF verhandelt aktuell mit mehreren Kunden über erste Produktionsanlagen. Im Zentrum steht die LIDE-Technologie. Mit diesem patentierten Verfahren lässt sich Glas hochpräzise bearbeiten. Zahlreiche Chiphersteller testen die Anlagen bereits in ihren Laboren.

Die Folge: hohe Erwartungen. Bisher fehlen allerdings die finalen Serienaufträge. Die Jahresprognose spiegelt diese Vorsicht wider. LPKF rechnet für 2026 mit einem Umsatz zwischen 105 und 120 Millionen Euro. Potenzielle Großaufträge aus der Halbleiterindustrie klammert der Vorstand hierbei noch komplett aus.

Am Aktienmarkt spiegelt sich diese Unsicherheit in extremen Ausschlägen wider. Die Volatilität verharrt auf einem enormen Niveau. Zweimal scheiterte die Aktie zuletzt an der runden Marke von 30 Euro. Um dieses Hoch nachhaltig zu durchbrechen, reicht technische Fantasie nicht mehr aus. Das Management muss in den kommenden Monaten zahlungswirksame Aufträge aus der Halbleiterindustrie auf den Tisch legen.

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