LPKF Laser Aktie: Dividende gestrichen nach Strategiestreit

Aktionäre fordern mehr Tempo bei Kapitalerhöhung, Management verweigert. Die Aktie fällt deutlich, die Dividende entfällt.

Die Kernpunkte:
  • Management lehnt Kapitalerhöhung ab
  • Keine Dividende für 2025 beschlossen
  • Aktie verliert fast fünf Prozent
  • Erste Serienaufträge für LIDE erwartet

Ein Strategiestreit überschattet die Hauptversammlung von LPKF Laser. Aktionäre forderten mehr Tempo, das Management bremste – und strich die Dividende. Die Aktie fiel am Freitag um 4,69 Prozent auf 20,30 Euro. Auf Wochensicht beträgt das Minus 7,31 Prozent.

Ausschlaggebend war die ordentliche Hauptversammlung am 4. Juni in Hannover. Kritische Aktionäre drängten auf eine sofortige Kapitalerhöhung. Damit will die LIDE-Technologie (Laser Induced Deep Etching) schneller in die Serienproduktion kommen. Der Markt für Advanced Semiconductor Packaging gilt als milliardenschwer.

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Das Management lehnte ab. Die Führung will in einem volatilen Umfeld finanziell unabhängig bleiben. Zudem beschloss die Versammlung, den Bilanzgewinn 2025 komplett vorzutragen. Für die Anteilseigner bedeutet das: keine Dividende. Auch die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) hatte kritisiert – die Vorstandsvergütung bleibe fast unverändert, während das operative Ergebnis schwächele.

Operativ bleibt es schwierig

Das erste Quartal 2026 zeigt die Belastungen deutlich. Der Umsatz fiel auf 17,1 Millionen Euro, das EBIT landete bei minus 6,9 Millionen Euro. Hauptgrund: die anhaltende Schwäche im Solarsegment. Immerhin stieg der Auftragseingang auf 24,1 Millionen Euro. Die Book-to-Bill-Ratio von 1,4 signalisiert, dass mehr hereinkommt als rausgeht.

Parallel dazu besetzt LPKF den Aufsichtsrat neu. Dr. Arne Schneider, Vorstandschef der Elmos Semiconductor, wurde gewählt. Er folgt auf Dr. Dirk Michael Rothweiler. Mit Schneider holt sich der Laser-Spezialist gezielte Halbleiter-Expertise ins Kontrollgremium. Das soll den Hochlauf der LIDE-Technologie beim Chip-Packaging strategisch begleiten.

Spekulative Erwartung bleibt hoch

Trotz der aktuellen Kurskorrektur notiert die Aktie seit Jahresbeginn 237,77 Prozent im Plus. Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 30,00 Euro beträgt 32 Prozent. Hedgefonds erhöhen derweil ihre Short-Positionen. Voleon Capital Management etwa liegt nun bei 2,13 Prozent der ausstehenden Aktien.

Der Markt wettet also in beide Richtungen. Das Transformationsprogramm „North Star“ soll bis 2028 zu einer dauerhaft zweistelligen EBIT-Marge führen. Für 2026 peilt der Vorstand einen Umsatz zwischen 105 und 120 Millionen Euro an.

Zwei entscheidende Termine stehen im Juni an. Am 22. Juni steigt LPKF in den SDAX auf – Indexfonds müssen dann umschichten. Noch wichtiger: Das Management erwartet noch im zweiten Quartal die ersten Serienaufträge für LIDE-Systeme. Sie gelten als Beleg, dass die Technologie den Sprung aus der Testphase in die industrielle Fertigung schafft.

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