LPKF Laser Aktie: Klaus Fiedler hält an North Star fest

Auf der Hauptversammlung prallen unterschiedliche Ansichten zur Wachstumsstrategie aufeinander. CEO Fiedler hält am Sparkurs fest, während Aktionäre mehr Tempo fordern.

Die Kernpunkte:
  • CEO verteidigt Transformationsprogramm North Star
  • Aktionäre fordern schnellere Expansion im Chip-Packaging
  • Umsatzrückgang um 32 Prozent im ersten Quartal
  • Entscheidende LIDE-Serienaufträge noch im zweiten Quartal erwartet

LPKF Laser kommt aus einer Hauptversammlung, die mehr war als Routine. In Hannover prallten zwei Vorstellungen aufeinander: kontrollierter Umbau gegen schnelle Expansion im Halbleiter-Packaging. CEO Klaus Fiedler hält am Transformationsprogramm „North Star“ fest, während Teile der Aktionärsseite mehr Tempo bei der LIDE-Technologie verlangen.

Der Kurs notiert am Freitag bei 21,60 Euro und gewinnt 2,37 Prozent.

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Streit über das Tempo

Im Kern geht es um Kapital und Glaubwürdigkeit. Das Management verteidigt den Plan, bis 2028 eine zweistellige operative Marge zu erreichen. Kritische Aktionäre fordern dagegen eine sofortige Kapitalerhöhung, um Advanced Semiconductor Packaging schneller auszubauen.

Fiedler setzt auf eine stabilere Kostenbasis. „North Star“ habe im Auftaktquartal bereits spürbare Einsparungen gebracht, auch wenn das operative Umfeld schwierig bleibt. Der Bilanzgewinn von rund 7,6 Millionen Euro soll vollständig vorgetragen werden; die Dividendenpause bleibt damit bestehen.

Solar bremst, LIDE zieht

Die Zahlen zeigen, wie hart der Umbau läuft. Der Umsatz sank im Auftaktquartal um rund 32 Prozent auf 17,1 Millionen Euro. Hauptgrund ist die anhaltende Investitionszurückhaltung in der Solarindustrie.

Beim EBIT rutschte LPKF tiefer in die roten Zahlen: minus 6,9 Millionen Euro nach minus 3,9 Millionen Euro im Vorjahr. Der technologische Umbruch in Richtung Perowskit-Zellen belastet das Segment zusätzlich.

Der Gegenpol ist LIDE, das patentierte Verfahren zur Glasbearbeitung. Es gilt als möglicher Schlüssel für die nächste Generation des Chip-Packagings. LPKF führt laut Management konkrete Gespräche mit mehreren Kunden über erste Serienproduktionsaufträge, die noch im laufenden zweiten Quartal 2026 erwartet werden.

Bewertung braucht den Nachweis

Die kurzfristige Abkühlung bleibt sichtbar: Über 30 Tage steht ein Minus von 8,86 Prozent, seit Jahresbeginn dennoch ein Plus von 259,40 Prozent. Nach so einem Lauf reicht Fantasie allein nicht mehr lange.

Auch die Analystenseite ist gespalten. Hauck & Aufhäuser sieht mit einem Kursziel von bis zu 30 Euro weiteres Potenzial. Montega mahnt dagegen zur Vorsicht und verweist auf Restrukturierungskosten von drei bis vier Prozent des Umsatzes.

Der nächste Prüfpunkt liegt am Ende des laufenden Quartals: Bestätigt LPKF erste LIDE-Serienaufträge, bekommt das Management ein starkes Argument für seinen vorsichtigen Kurs. Ohne diesen Nachweis bleibt die Aktie anfällig, weil der Markt bereits viel Halbleiter-Fantasie eingepreist hat.

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