LPKF Laser Aktie: Umsatz auf 36,5 Millionen eingebrochen

LPKF verzeichnet deutliche Umsatz- und Ergebnisrückgänge im ersten Halbjahr 2026, treibt aber den strategischen Umbau voran.

Die Kernpunkte:
  • Umsatz bricht um 38 Prozent ein
  • Operativer Verlust steigt auf 14 Millionen
  • Fokus auf LIDE-Technologie für Halbleiter
  • Jahresprognose trotz schwacher Zahlen bestätigt

Das Technologieunternehmen LPKF Laser & Electronics sieht sich nach den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres 2026 mit einer deutlich verschlechterten Ertragslage konfrontiert. Ein Einbruch im Solargeschäft und eine schwache Auftragslage prägten das erste Halbjahr, während der Vorstand gleichzeitig den strategischen Umbau vorantreibt.

Schwaches Solargeschäft belastet Bilanz

In den ersten sechs Monaten sank der Konzernumsatz um 38,3 Prozent auf 36,5 Millionen Euro, nachdem im Vorjahreszeitraum noch 59,2 Millionen Euro erzielt worden waren. Besonders deutlich zeigte sich der Rückgang im Solarsegment, dessen Umsatz auf 4,4 Millionen Euro einbrach. Das operative Ergebnis (EBIT) verschlechterte sich von minus 1,7 Millionen Euro im Vorjahr auf nun minus 14,1 Millionen Euro. Das bereinigte EBIT wies einen Verlust von 10,4 Millionen Euro aus.

Auch auf der Auftragsseite verzeichnete das Unternehmen einen Rückgang. Die Neubestellungen beliefen sich im ersten Halbjahr auf 19,9 Millionen Euro, ein deutlicher Rückgang gegenüber den 43,0 Millionen Euro des Vorjahreszeitraums. Der Auftragsbestand wurde zum Ende des Berichtszeitraums mit 34,7 Millionen Euro angegeben. Medienberichten zufolge lösten diese Zahlen Zweifel an der Erreichbarkeit der gesteckten Ziele aus, zumal der Aktienkurs im Vorfeld von einer KI-bedingten Euphorie profitiert hatte. Aktuell notiert das Papier mit 13,50 Euro rund 55,30 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 30,20 Euro.

Fokus auf Advanced Packaging und Kostensenkung

Trotz der aktuellen Zahlen setzt der Vorstand unter CEO Klaus Fiedler auf den Durchbruch in neuen Märkten. Im Zentrum steht die LIDE-Technologie (Laser Induced Deep Etching), die im Bereich Advanced Packaging für die Halbleiterindustrie zum Einsatz kommt. LPKF schätzt das adressierbare Marktpotenzial für diese Technologie bis zum Jahr 2030 auf rund 1,7 Milliarden Euro. Erste Hochlaufaufträge werden für das laufende Jahr 2026 erwartet, wobei die wesentlichen Umsatzeffekte ab 2027 eintreten sollen.

Parallel dazu treibt das Management das Transformationsprogramm „North Star“ voran, um die Kostenstruktur des Konzerns zu optimieren. Laut Unternehmensangaben ist dieses Programm bereits zur Hälfte umgesetzt. Im Zuge dieser Maßnahmen wurde unter anderem die Produktion am Standort Fürth beendet und eine erste Phase der Personalreduzierung abgeschlossen. Ziel des Programms ist es, den Konzern effizienter aufzustellen und ab dem Jahr 2028 eine nachhaltig zweistellige EBIT-Marge zu erreichen.

Management hält trotz Verlusten an Jahreszielen fest

Ungeachtet des schwachen ersten Halbjahres bestätigte LPKF die Prognose für das Gesamtjahr 2026. Das Unternehmen erwartet weiterhin einen Konzernumsatz zwischen 105 Millionen und 120 Millionen Euro. Die bereinigte EBIT-Marge soll sich in einer Spanne von minus 3,0 Prozent bis plus 4,5 Prozent bewegen. Um das untere Ende der Umsatzprognose zu erreichen, müsste das Unternehmen in der zweiten Jahreshälfte einen Umsatz von fast 70 Millionen Euro erzielen, was deutlich über dem Niveau des ersten Halbjahres läge.

An der Börse wird die Entwicklung kritisch beobachtet, da die Aktie seit Jahresbeginn zwar um 141,50 Prozent zulegen konnte, zuletzt jedoch massiv korrigierte. Neben Kooperationen mit Forschungseinrichtungen wie der Penn State University meldete LPKF jüngst auch einen Auftrag eines Spezialglasherstellers, was die Hoffnungen auf eine Erholung im Halbleitersegment stützen soll. Die mittelfristigen Aussichten bleiben eng an den Erfolg der LIDE-Technologie im KI-getriebenen Halbleitermarkt geknüpft.

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