LPKF Laser Aktie: Verschobene Aufträge bremsen den Umsatz

Nach neun Monaten mit rückläufigen Erlösen hält LPKF an seiner Jahresprognose fest; der Messeauftritt bringt keine neue Auftragsmeldung.

Die Kernpunkte:
  • Electronica-Auftritt ab 10. November angekündigt
  • Neunmonatsumsatz sinkt um 28,1 Prozent
  • Jahresumsatzprognose bleibt unverändert
  • Montega bestätigt Kaufurteil und Kursziel

Bei LPKF Laser stehen der angekündigte Auftritt auf der electronica und eine bestätigte Jahresprognose einer schwachen Umsatzentwicklung gegenüber. Für Anleger ist die Unterscheidung entscheidend: Die Messe bietet einen Rahmen für die Präsentation der Technik. Einen neuen Auftrag oder Umsatzbeitrag hat LPKF damit nicht angekündigt.

Messepräsenz ohne neue Auftragsmeldung

LPKF ist für die am 10. November beginnende electronica 2026 in München als Aussteller angekündigt. Das Unternehmen stellt dort Laserbearbeitung für Elektronik, Halbleiter und Glas vor.

Damit richtet sich der Blick auf die Vermarktung der Technik. Die Teilnahme allein belegt allerdings weder einen zusätzlichen Geschäftsabschluss noch eine Auflösung der gemeldeten Auftragsverzögerungen. Für die Bewertung der Geschäftsentwicklung bleiben deshalb die Unternehmenszahlen und die Umsatzprognose die belastbareren Anhaltspunkte.

Die Aktie verliert heute 5,3%. Dieser Rückgang ist von den bereits veröffentlichten Geschäftszahlen und dem angekündigten Messeauftritt zu trennen: Daraus lässt sich kein konkreter Auslöser der heutigen Bewegung ableiten.

Umsatzschwäche begrenzt die Aussagekraft der Prognose

Im vor gut einer Woche veröffentlichten Neunmonatsbericht meldete LPKF für die ersten neun Monate 2026 einen Umsatz von 60,3 Mio. EUR. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum entsprach das einem Rückgang um 28,1 %.

LPKF führte die Belastung vor allem auf das schwache Solargeschäft und verzögerte Aufträge im Advanced Packaging zurück. Das sind unterschiedliche Belastungen: Schwache Geschäfte drücken bereits die Erlöse, während verschobene Aufträge die zeitliche Umsetzung erschweren. Ein Messeauftritt ist für keines dieser Probleme bereits eine Lösung.

Das EBIT lag bei -12,8 Mio. EUR. Dennoch bestätigte das Unternehmen die angepasste Umsatzprognose von 93 bis 100 Mio. EUR für das Gesamtjahr 2026.

Die Bestätigung bedeutet somit keine Anhebung der Erwartungen. Sie hält an einem Ausblick fest, der auch auf bereinigter operativer Ebene weiterhin einen Verlust vorsieht.

Für die bereinigte EBIT-Marge erwartet LPKF unverändert -7,0 % bis -2,5 %. Die Prognose beschreibt damit keine Rückkehr in die Gewinnzone.

Kaufvotum mit denselben Vorbehalten

Montega-Analyst Nicklas Frers bestätigte am 30. Oktober die Einstufung „Kaufen“ und das Kursziel von 22,00 EUR. Zugleich verwies er auf verzögerte LIDE-Aufträge und die schwache Entwicklung im Solargeschäft.

Das positive Anlageurteil hebt die operativen Schwierigkeiten also nicht auf. Für Anleger stehen damit eine optimistische Analystenbewertung und ein weiterhin verlustgeprägter Unternehmensausblick nebeneinander. Der angekündigte Messeauftritt ergänzt dieses Bild um einen Vertriebstermin, nicht um einen nachgewiesenen Geschäftserfolg.

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