Lufthansa Aktie: 1,7 Milliarden Euro Kerosin-Mehrkosten
Steigende Ölpreise und Lieferengpässe setzen Lufthansa zu. Analysten heben Kursziele an, bleiben aber vorsichtig.

- Kursverlust von 1,85 Prozent am Dienstag
- Kerosin-Mehrkosten von 1,7 Milliarden Euro erwartet
- Analysten sehen weiteres Abwärtspotenzial
- Ticketpreise für Sommerflüge stark gestiegen
Die Zuspitzung des Konflikts im Nahen Osten belastet derzeit die europäischen Luftfahrtwerte und überschattet positive Signale aus der Analystenschaft. Während die Spannungen zwischen den USA und dem Iran die Energiepreise treiben, sieht sich die Lufthansa mit massiven Kostenrisiken konfrontiert. Trotz leicht angehobener Kursziele durch namhafte Bankhäuser reagiert der Markt am Dienstag mit deutlichen Abschlägen auf die geopolitischen Unsicherheiten.
An der Börse notiert die Lufthansa-Aktie aktuell bei 8,91 € und verzeichnet damit ein Minus von 1,85 % gegenüber dem Vortag. Das Papier bewegt sich damit zwar weiterhin 2,10 % über dem 50-Tage-Durchschnitt von 8,73 €, hat jedoch gegenüber dem am 7. Juli 2026 erreichten 52-Wochen-Hoch von 10,27 € bereits 13,22 % an Wert eingebüßt. Seit Jahresbeginn weist der Titel dennoch ein Plus von 4,28 % auf, während die Marktkapitalisierung des Konzerns bei 11,43 Milliarden € liegt.
Treibstoffkosten und geopolitische Risiken
Der Hauptbelastungsfaktor für den Sektor ist der Anstieg der Ölpreise infolge militärischer Auseinandersetzungen an der Straße von Hormus. Da etwa 20 % der europäischen Kerosinversorgung über diese Passage abgewickelt werden, sorgt die drohende Schließung der Meerenge für Versorgungsängste. Der Preis für die Sorte Brent legte zuletzt deutlich zu.
Für die Lufthansa bedeutet diese Entwicklung eine erhebliche finanzielle Belastung. Der Konzern rechnet für das Jahr 2026 mit Kerosin-Mehrkosten in Höhe von 1,7 Milliarden €. Obwohl das Unternehmen etwa 80 % seines Treibstoffbedarfs abgesichert hat, bleibt die operative Marge anfällig für lang anhaltende Preissteigerungen. Dennoch hält das Management an seinem Ziel fest, ein bereinigtes EBIT zu erwirtschaften, das deutlich über dem Vorjahreswert von 1,96 Milliarden € liegt. Die Kerosinvorräte in Europa reichen laut Reuters derzeit für weniger als 30 Tage, was die Abhängigkeit von Importen aus dem Nahen Osten unterstreicht.
Analysten heben Ziele trotz Skepsis an
Die jüngsten Einschätzungen der Analystenhäuser zeichnen ein gemischtes Bild. Die kanadische Bank RBC hat das Kursziel für die Lufthansa am 13. Juli 2026 von 8,00 € auf 8,50 € angehoben. Analyst Ruairi Cullinane begründete dies mit aktualisierten Annahmen zu den Erlösen und der Konjunkturentwicklung, belässt die Einstufung jedoch auf „Sector Perform“.
Auch Goldman Sachs passte die Bewertung am 14. Juli an. Die US-Bank erhöhte das Kursziel von 6,60 € auf 7,50 €, bleibt aber bei ihrer Verkaufsempfehlung („Sell“). Damit liegen beide Kursziele unter dem aktuellen Kursniveau von 8,91 €. Während RBC die Aktie neutral betrachtet, sieht Goldman Sachs angesichts der konjunkturellen Risiken und der Kostenstruktur weiterhin Abwärtspotenzial. Der Kurs liegt derzeit noch 7,53 % über dem 200-Tage-Durchschnitt von 8,29 €, was die kurzfristig stabilere technische Verfassung der letzten Monate widerspiegelt.
Steigende Ticketpreise und operative Engpässe
Fluggäste müssen sich unterdessen auf weiter steigende Kosten einstellen. Eine aktuelle Studie des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) zeigt, dass die Preise für Sommerflüge in Deutschland massiv angezogen haben. Ein einfaches Ticket bei Billigfliegern kostet im Schnitt zwischen 81 € und 141 €, verglichen mit einer Spanne von 67 € bis 130 € im Vorjahr. Laut dem Statistischen Bundesamt verteuerten sich Flüge im ersten Halbjahr 2026 um 8,5 %, wobei Verbindungen innerhalb Europas sogar ein Plus von 11,5 % verzeichneten.
Parallel dazu kämpft die Branche mit Lieferengpässen bei neuen Flugzeugen. Die Lufthansa wartet auf dringend benötigte Jets von Airbus und Boeing, um ihre Flotte zu modernisieren und effizienter zu betreiben. Im Mai bestellte der Konzern 10 Maschinen vom Typ Airbus A350-900 sowie 10 Boeing 787-9, deren Auslieferung jedoch erst für den Zeitraum 2032 bis 2034 vorgesehen ist. Um die Kostenbasis zu optimieren, werden Kapazitäten angepasst: Die Tochtergesellschaft CityLine strich bereits zehntausende Flüge aus dem Programm. Dennoch konnte der Konzern im ersten Quartal 2026 seinen Umsatz um 8 % auf 8,7 Milliarden € steigern und den bereinigten operativen Verlust auf 612 Millionen € verringern, nachdem dieser im Vorjahreszeitraum noch bei 722 Millionen € gelegen hatte.
Lufthansa-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Lufthansa-Analyse vom 14. Juli liefert die Antwort:
Die neusten Lufthansa-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Lufthansa-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 14. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Lufthansa: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...




