Lufthansa Aktie: Auf leeren Wegen?

Lufthansa reduziert das Angebot drastisch und lockt mit einem neuen Billigtarif. Die Aktie leidet unter den hohen Kerosinkosten.

Die Kernpunkte:
  • 20.000 Kurzstreckenflüge gestrichen
  • Neuer Economy Basic Tarif eingeführt
  • Flottenverkleinerung und Netzausdünnung
  • Aktienkurs unter Druck gefallen

Der Kerosinpreis hat sich seit Ausbruch des Iran-Konflikts verdoppelt. Lufthansa reagiert mit dem größten Kapazitätsschnitt seit Jahren — und versucht gleichzeitig, preissensible Kunden nicht zu verlieren.

20.000 Flüge weniger bis Oktober

Lufthansa streicht 20.000 Kurzstreckenflüge bis Oktober. Das entspricht rechnerisch rund 40.000 Tonnen Kerosin. Der Preis dafür kletterte laut AP von rund 99 US-Dollar pro Barrel Ende Februar auf bis zu 209 US-Dollar Anfang April.

Die ersten 120 täglichen Streichungen gelten bereits bis Ende Mai. Betroffen sind unter anderem Frankfurt–Bydgoszcz, Frankfurt–Rzeszów und Frankfurt–Stavanger. Insgesamt sinkt die Sommerkapazität der Gruppe um ein Prozent der verfügbaren Sitzkilometer.

Lufthansa war mit einer Hedging-Quote von rund 80 Prozent seines Kerosinbedarfs in die Krise eingetreten — zu Preisen vor dem Konflikt. Der ungesicherte Rest trifft den Konzern dennoch spürbar.

Flotte wird kleiner, Tarif wird günstiger

Der Umbau geht über kurzfristige Streichungen hinaus. Zum Ende des Sommerflugsplans scheidet die Gruppe die letzten vier A340-600 aus. Zwei B747-400 werden stillgelegt. Im Winterflugplan 2026/27 folgt eine weitere Reduktion um fünf Kurzstreckenflugzeuge.

Die Folge: ein dauerhaft kleineres Netz — konzentriert auf die sechs Hubs Frankfurt, München, Zürich, Wien, Brüssel und Rom.

Parallel führt Lufthansa ab dem 28. April den neuen Tarif Economy Basic ein. Er gilt für Reisen ab dem 19. Mai auf Kurz- und Mittelstrecken. Enthalten ist nur ein kleines persönliches Gepäckstück. Handgepäck kostet bei Vorabbuchung ab 20 Euro extra. Der Tarif ist bei allen sieben Gruppenairlines buchbar.

Branche unter Druck, Zahlen folgen Anfang Mai

Lufthansa steht nicht allein. KLM und Delta haben ebenfalls Streichungen angekündigt. IEA-Chef Fatih Birol warnte gegenüber AP, Europa verfüge noch über etwa sechs Wochen Kerosinreserven.

An der Börse spiegelt sich der Druck wider. Die Aktie notiert bei 7,45 Euro — rund 22 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 9,50 Euro und deutlich unter ihrem 200-Tage-Durchschnitt. Seit Jahresbeginn hat das Papier knapp 13 Prozent verloren.

Wie stark das erste Quartal 2026 unter den Kerosinkosten gelitten hat, zeigt der Zwischenbericht am 6. Mai. Zum Vergleich: Für das Geschäftsjahr 2025 hatte die Gruppe einen Umsatz von 39,6 Milliarden Euro und ein bereinigtes EBIT von 2,0 Milliarden Euro gemeldet.

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