Lufthansa Aktie: BFU stuft Landung als schwere Störung ein
Der Zwischenbericht dokumentiert eine Landung vor der Bahn; Ursache und Folgen für die Lufthansa-Bilanz bleiben noch offen.

- Airbus setzte 18,8 Meter vor Schwelle auf
- Keine Verletzten, sieben Reifen beschädigt
- Schlichtung mit Vereinigung Cockpit gescheitert
- Quartalszahlen erscheinen am 3. November
Zwei Monate nach einer missglückten Landung in München liegt der Zwischenbericht der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung vor. Ein Lufthansa-Airbus setzte demnach 18,8 Meter vor der Landebahnschwelle auf. Verletzte gab es nicht, doch die Behörde wertet den Vorfall als schwere Störung. Für den Konzern kommt das zu einer Zeit, in der ohnehin mehrere Baustellen offen sind.
Was in München passierte
Der Airbus kam am 17. August aus San Francisco, an Bord waren 352 Passagiere und 24 Besatzungsmitglieder. Über dem Flughafen herrschten Gewitter und Regen, die Sicht verschlechterte sich im Endanflug erheblich. Die Besatzung schätzte sie auf höchstens 500 Meter, der Deutsche Wetterdienst maß 800 Meter.
Da das klassische Instrumentenlandesystem an der Bahn nicht verfügbar war, entschied sich die Crew für einen satellitengestützten RNP-Anflug. Der Flugdatenschreiber zeigt, dass die Maschine dennoch zunehmend unter die berechnete Flugbahn sank. In rund neun Metern Höhe bemerkte der Kapitän die Abweichung. Zwei Sekunden später setzte das Flugzeug auf, überrollte drei Lampen und beschädigte sieben Reifen des Hauptfahrwerks.
Eine konkrete Ursache nennt der Zwischenbericht nicht. Der Abschlussbericht soll voraussichtlich im kommenden Jahr folgen.
Streit mit den Piloten, Druck durch Kerosin
Auch an anderer Stelle gibt es wenig Entlastung. Die Schlichtung mit der Vereinigung Cockpit ist gescheitert, die Vermittler Roland Koch und Bodo Ramelow legten zunächst keinen eigenen Lösungsvorschlag vor.
Neue Streiks drohen vorerst nicht, denn parallel läuft eine umfassendere Mediation. Dort geht es neben Tariffragen auch um die Zukunft der Kerngesellschaft. Der Vorstand will Flugzeuge und Crews in Konzerntöchter mit niedrigeren Tarifkosten verlagern.
Der Konflikt zieht sich. Die Gewerkschaft rief ihre Mitglieder in diesem Jahr bereits an sieben Tagen zum Streik auf.
Hinzu kommt der Kostendruck aus dem Markt. American Airlines meldete gestern wegen stark gestiegener Kerosinkosten tiefrote Zahlen. Die Lufthansa-Aktie gab im gestrigen Handel erneut deutlich nach, auch weil Marktteilnehmer nun ähnliche Belastungen bei den eigenen Zahlen befürchten.
Die Quartalszahlen legt der Konzern am 3. November vor. Dann zeigt sich, wie stark Treibstoffkosten und Streiks die Bilanz tatsächlich belasten.
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