Lufthansa Aktie: BlackRock reduziert Anteil

BlackRock senkt Anteil an Lufthansa, während Konzern Flüge im Nahen Osten und Inland streicht. Geopolitische Risiken belasten das operative Geschäft.

Die Kernpunkte:
  • BlackRock-Anteil fällt unter Meldeschwelle
  • Flugverbote im Nahen Osten verlängert
  • Inlandsstrecke Bremen-Frankfurt gestrichen
  • Konzernweit 20.000 Flüge weniger bis Oktober

Zwei Meldungen bestimmen heute das Bild bei Lufthansa — und zusammen erzählen sie eine Geschichte über Risiken, die sich langsam auflösen, und solche, die gerade erst sichtbar werden.

BlackRock unterschreitet Schwelle

Der US-Vermögensverwalter BlackRock hat seinen Stimmrechtsanteil an der Deutschen Lufthansa AG gesenkt. Zum Stichtag 12. Juni fiel der Gesamtanteil auf 4,04 Prozent, nach zuletzt 4,32 Prozent. Der direkt über Aktien gehaltene Stimmrechtsanteil liegt nun bei 3,02 Prozent — damit rutscht BlackRock knapp unter die zuvor gehaltene 3,33-Prozent-Marke. Hinzu kommen Instrumente wie Wertpapierleihen und Differenzkontrakte, die zusammen rund 1 Prozent ausmachen.

Pflichtmeldungen dieser Art lösen selten große Kursreaktionen aus. Der Rückgang signalisiert in erster Linie eine Umschichtung innerhalb der BlackRock-Strukturen, nicht zwingend eine negative Einschätzung zum Unternehmen.

Nahost-Krise zwingt zur Netzanpassung

Gravierender für das operative Geschäft sind die anhaltenden Flugverbote im Nahen Osten. Lufthansa plant, Tel-Aviv-Flüge ab 1. Juli wiederaufzunehmen — die konzerneigene ITA Airways ebenfalls. SWISS hingegen verschiebt die Rückkehr bis August, Brussels Airlines sogar bis Ende Oktober.

Die Aussetzungen gehen deutlich weiter. Dubai bleibt für Lufthansa, SWISS und ITA Airways bis 13. September gesperrt. Für Abu Dhabi, Amman, Beirut, Dammam, Riyadh, Erbil, Muscat und Teheran gilt innerhalb des Konzerns ein Stopp bis 24. Oktober. Eurowings, die Konzern-Billigmarke, setzt Dubai und Abu Dhabi ebenfalls bis Ende Oktober aus.

Das trifft einen erheblichen Teil des Streckennetzes im Nahen Osten und am Persischen Golf — Regionen, die für Premium-Verkehr und Umsteigepassagiere relevant sind. Sinkende Ölpreise, die zuletzt den Airline-Sektor insgesamt beflügelten, können diesen Erlösausfall nur teilweise abfedern.

Innerdeutsche Streichungen obendrein

Parallel zieht Lufthansa das Inlandsnetz weiter zusammen. Die traditionsreiche Strecke Bremen–Frankfurt wird ab 1. Juli gestrichen. Bis Oktober sollen konzernweit rund 20.000 Flüge gestrichen werden — ein struktureller Schritt, der auf anhaltenden Kostendruck und schwache Auslastung auf Kurzstrecken hindeutet.

Für die kommenden Monate hängt viel davon ab, wie schnell sich die geopolitische Lage im Nahen Osten stabilisiert. Der geplante Wiederanlauf auf der Tel-Aviv-Route ab Juli wäre ein erster konkreter Test.

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