Lufthansa Aktie: Boeing 747-8 landet in Brazzaville

Lufthansa-Flug LH573 landete nach Kabinengeruch in Brazzaville. Passagiere unverletzt, Ersatzmaschine unterwegs. Aktie verliert 1,63 Prozent.

Die Kernpunkte:
  • Zwischenlandung nach Geruchsbildung an Bord
  • Ersatzflugzeug mit Technikern entsandt
  • Eurowings erweitert Angebot in Hannover
  • Lufthansa-Aktie fällt um 1,63 Prozent

Ungeplante Unterbrechung auf der Langstrecke: Eine Boeing 747-8 der Lufthansa musste am gestrigen Freitag auf dem Weg von Südafrika nach Deutschland zwischenlanden. Grund für die Kursänderung über Zentralafrika war eine unklare Geruchsentwicklung in der Flugzeugkabine.

Technischer Defekt führt zu Zwischenlandung in Brazzaville

Der Flug LH573, der am Donnerstagabend in Johannesburg gestartet war, befand sich über der Demokratischen Republik Kongo, als die Besatzung den internationalen Notrufcode 7700 sendete. Medienberichten zufolge bemerkten Crew und Passagiere einen undefinierbaren Geruch an Bord, woraufhin sich die Piloten zur Landung am Flughafen Maya-Maya in Brazzaville in der Republik Kongo entschieden. Die Sicherheit der 363 Fluggäste und 16 Besatzungsmitglieder hatte dabei oberste Priorität; alle Insassen konnten die Maschine unverletzt verlassen und wurden vor Ort in Hotels untergebracht.

Das betroffene Flugzeug mit dem Kennzeichen D-ABYO wird derzeit vor Ort einer technischen Prüfung unterzogen. Um die gestrandeten Passagiere nach Frankfurt am Main zu befördern, entsandte der Konzern am Freitag ein Ersatzflugzeug des Typs Boeing 747-8 unter der Flugnummer LH9872. An Bord dieser Maschine, die am Nachmittag in Frankfurt startete, befanden sich zudem spezialisierte Techniker, welche die Ursachenforschung an dem abgestellten Jumbo-Jet unterstützen sollen. Die geplante Ankunft der ursprünglichen Verbindung war für den frühen Freitagmorgen vorgesehen.

Ausbau des Flugplans und regulatorischer Druck

Abseits der operativen Probleme bei der Kernmarke treibt die Konzerntochter Eurowings ihr Angebot weiter voran. In diesem Sommer erweitert die Airline ihr Portfolio am Flughafen Hannover signifikant. Seit Ende Juni bietet das Unternehmen dreimal wöchentlich Direktflüge nach Glasgow an. Zudem wurden neue Verbindungen nach Nizza und Alicante in den Flugplan aufgenommen, um die saisonale Nachfrage im europäischen Reiseverkehr zu bedienen.

Gleichzeitig steht die gesamte Branche vor neuen Herausforderungen durch die Aufsichtsbehörden. Die europäische Flugsicherheitsbehörde EASA schließt sich einer Anordnung der US-Luftfahrtaufsicht FAA an, nach der hunderte Flugzeuge des Typs Boeing 737 Max auf mögliche Materialrisse untersucht werden müssen. Zwar betrifft dies vorrangig Modelle der Konkurrenz, doch die verschärften Kontrollen durch die Behörden unterstreichen die derzeit sensible Sicherheitslage im globalen Flugbetrieb.

Lufthansa-Aktie im Marktumfeld

An der Börse reagierte das Papier des Kranich-Konzerns mit Abschlägen auf die Nachrichtenlage und das allgemeine Marktumfeld. Die Aktie beendete den Handel am Freitag bei 8,44 Euro, was einem Rückgang von 1,63 Prozent entspricht. Damit notiert der Kurs aktuell unter seinem 50-Tage-Durchschnitt von 9,00 Euro.

Anleger blicken nun gespannt auf die kommenden Tage, in denen sich zeigen muss, ob die technischen Probleme der im Kongo verbliebenen Maschine zügig behoben werden können oder ob längere Ausfallzeiten die Kapazitäten auf der Langstrecke belasten. Die Kosten für Wartung und die Bereitstellung von Ersatzmaschinen gelten in der Branche als wesentliche Faktoren für die operative Marge im laufenden Quartal. Trotz der aktuellen Belastungen durch den Vorfall bleibt die weitere Entwicklung der Buchungszahlen für die restliche Sommersaison der entscheidende Taktgeber für die Bewertung des Konzerns.

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