Lufthansa Aktie: Citigroup stuft auf Sell am 8. Juli
Mehrere Negativfaktoren setzen die Lufthansa-Aktie unter Druck: Analystenstimmen, eine gesenkte Fraport-Prognose und eine juristische Niederlage.

- Citigroup stuft Lufthansa auf „Verkaufen“ ab
- Fraport senkt Passagierprognose für Frankfurt
- Gericht verbietet irreführende SAF-Werbung
- Flugverkehr in den Nahen Osten ruht
Die Lufthansa-Aktie gerät zum Wochenstart unter spürbaren Verkaufsdruck. Gleich mehrere Negativmeldungen belasten das Papier des Luftfahrtkonzerns. Analysten werden vorsichtiger, die Prognosen für das wichtigste Drehkreuz sinken und juristischer Ärger kommt hinzu.
Analysten gehen auf Distanz
Die Citigroup stufte den Titel am 8. Juli von „Neutral“ auf „Sell“ herab. Die Bank hob zwar das Kursziel leicht auf 8,70 Euro an. Die Experten sehen nach der jüngsten Rallye jedoch kaum noch Spielraum für weitere Kursgewinne. Barclays erhöhte das Ziel parallel dazu auf 7,75 Euro. Die Einstufung bleibt dort allerdings auf „Underweight“.
Hiobsbotschaften kommen auch vom Heimatflughafen Frankfurt. Der Betreiber Fraport korrigierte seine Passagierprognose für das laufende Jahr nach unten. Statt bis zu 66 Millionen Fluggästen erwartet das Unternehmen nur noch 63,2 Millionen. Die Passagierzahlen stagnieren damit nahezu auf dem Niveau des Vorjahres.
Juristische Schlappe und operative Hürden
Juristisch erlitt die Airline eine Niederlage vor dem OLG Köln. Das Gericht untersagte irreleitende Werbeaussagen zum nachhaltigen Flugkraftstoff SAF. Lufthansa muss nun präziser darlegen, wie sie diese Kraftstoffe tatsächlich einsetzt. Operativ ruht zudem der Flugverkehr zu Zielen im Nahen Osten bis mindestens Oktober.
Ein Zwischenbericht zum Unfall einer Boeing 787-9 am Frankfurter Flughafen sorgt für weiteren Unmut. Ein fehlender Sicherungsstift führte im Juni zu 23 Verletzten. Parallel dazu verschärft die Airline ihre Tarifstruktur. Im „Economy Basic“-Tarif kostet ein Kabinentrolley am Gate nun bis zu 110 Euro Aufpreis.
Die Aktie notiert aktuell bei 9,33 Euro. Seit dem 52-Wochen-Hoch bei 10,27 Euro verlor das Papier rund neun Prozent. Hält der Kurs über dem 200-Tage-Durchschnitt von 8,28 Euro, bleibt der langfristige Aufwärtstrend vorerst intakt.
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