Lufthansa Aktie: CityLine wird eingestellt

Lufthansa reduziert Kurzstreckenangebot massiv, investiert in Italien und modernisiert die Flotte für mehr Profitabilität.

Die Kernpunkte:
  • Streichung von 20.000 Kurzstreckenflügen
  • Einstellung der Tochter Lufthansa CityLine
  • Aufstockung der ITA-Anteile auf 90 Prozent
  • Auslieferung von 45 neuen Langstreckenjets

Lufthansa streicht das Angebot auf der Kurzstrecke massiv zusammen. Bis zum Jahr 2028 reduziert die Fluggesellschaft ihre Kapazitäten abseits der großen Drehkreuze konsequent. Das Ziel steht fest: Die Kernmarke soll deutlich profitabler werden.

Umbau im europäischen Netz

Im laufenden Sommerprogramm fielen bereits rund 20.000 Flüge aus dem Flugplan. Betroffen sind vor allem Verbindungen, die nicht über Frankfurt oder München führen. Das Management will so die Komplexität im Konzern senken. Parallel dazu wird der Flugbetrieb der Tochtergesellschaft Lufthansa CityLine eingestellt.

Der Konzern bündelt seine Kräfte künftig an den Haupt-Hubs. Von dort aus sollen die lukrativen Langstreckenverbindungen effizienter bedient werden. Das Management strebt bis 2028 eine bereinigte Ergebnismarge von acht bis zehn Prozent an.

Milliarden-Expansion in Italien

Während Lufthansa im Inland spart, wächst das Unternehmen im Ausland. Im Juni 2026 zieht der Konzern die Kaufoption für die italienische ITA Airways. Der Anteil steigt damit von 41 auf 90 Prozent.

Für das zusätzliche Paket überweist Lufthansa 325 Millionen Euro nach Rom. Die vollständige Integration soll im ersten Quartal 2027 abgeschlossen sein. Italien gilt für die Airline als einer der wichtigsten Märkte für Urlauber und Geschäftsreisende.

Modernisierung gegen Kostendruck

An der Börse reagieren Investoren gelassen auf die Umbaupläne. Die Lufthansa-Aktie notiert aktuell bei 8,86 Euro, ein Plus von 0,27 Prozent. Damit liegt das Papier rund 27 Prozent über dem Niveau des Vorjahres.

Analysten blicken jedoch skeptisch auf das weitere Potenzial. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 8,36 Euro — der Markt sieht die Aktie damit bereits über ihrem fundamentalen Wert. Hohe Kerosinpreise und neue Tarifkonflikte belasten die Stimmung. In Frankfurt kam es erst am Dienstag wieder zu Flugausfällen durch Streiks.

Lufthansa setzt als Gegenmaßnahme auf eine modernere Flotte. Allein im Jahr 2026 erwartet der Konzern die Auslieferung von rund 45 neuen Maschinen der Typen Airbus A350, A320neo sowie Boeing 787. Diese Flugzeuge verbrauchen weniger Treibstoff und senken die Wartungskosten pro Sitzplatz.

Die Senkung der Luftverkehrssteuer durch den Bundesrat sorgt zusätzlich für eine leichte Entlastung bei den Kosten. Ob die Strategie aufgeht, entscheidet sich in der anstehenden Hauptreisesaison. Die nächsten Verkehrszahlen werden zeigen, wie stabil die Nachfrage trotz des gestrichenen Angebots bleibt.

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