Lufthansa Aktie: Die AeroSHARK-Wette?

Drehkreuz-Rückkehr für Bremen

Lufthansa reagiert mit operativen Korrekturen auf das anspruchsvolle Marktumfeld. Der Luftfahrtkonzern nimmt zum kommenden Sommerflugplan die Verbindung zwischen Bremen und dem Drehkreuz Frankfurt wieder auf, nachdem die traditionsreiche Route zuvor vorübergehend eingestellt worden war.

Geplant ist ab Sommer 2027 ein täglicher Flug, dessen Abflugzeiten abwechselnd morgens und abends liegen sollen. Zudem bleibt die Hansestadt an München, Wien und Zürich angebunden. Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte bezeichnete die Wiederaufnahme als wichtigen Schritt für den Regionalflughafen.

Für den Konzern kommt es darauf an, lukrative Passagierströme zu sichern und gleichzeitig unrentable Kapazitäten zu vermeiden. Die Anbindung regionaler Wirtschaftsräume steht dabei im ständigen Spannungsfeld zwischen strikter Kostendisziplin und den Erwartungen lokaler Unternehmen an verlässliche Flugverbindungen.

Effizienzoffensive mit Lufthansa Technik

Um die laufenden Betriebsausgaben zu dämpfen, setzt die Fluggesellschaft verstärkt auf technische Einsparungen beim Kerosinverbrauch. Die Konzerntochter Lufthansa Technik startete Ende August die finale Erprobungsphase für die strömungsoptimierte AeroSHARK-Oberflächenfolie. Bei der Konzernschwester SWISS erbrachte diese Technologie auf zwölf Langstreckenflugzeugen bereits eine Treibstoffersparnis von 1,1 Prozent.

Die Übertragung der Technologie auf weitere Flugzeugmuster soll helfen, den Verbrauch und die Emissionen schrittweise zu senken. Die behördliche Zulassung für den Einsatz auf zusätzlichen Langstreckenmustern durch die Europäische Agentur für Flugsicherheit steht allerdings noch aus.

Marktdruck durch hohe Kerosinkosten

Die Bedeutung treibstoffsparender Maßnahmen wird durch die angespannte Lage an den Rohstoffmärkten unterstrichen. Am Montag kletterte der Preis für die Rohölsorte Brent zeitweise auf 107,51 US-Dollar je Barrel.

Welche Verwerfungen teurer Flugtreibstoff in der Luftfahrtbranche anrichten kann, zeigt die spanische Fluggesellschaft Volotea, die nach zusätzlichen Kerosinkosten von rund 150 Millionen Euro Verhandlungen mit ihren Gläubigern aufnehmen musste.

An den Finanzmärkten beobachten Marktteilnehmer die Margenrisiken im Airline-Sektor daher mit anhaltender Vorsicht. Ein anhaltend hohes Preisniveau beim Treibstoff erschwert Fluggesellschaften die Kalkulation für die kommenden Monate.

Am heutigen Dienstag gibt die Lufthansa-Aktie nach und notiert bei 7,67 Euro, was einem Tagesverlust von 1,0 Prozent entspricht. Damit liegt der Titel mit einem Abstand von 8,5 Prozent unter seinem 200-Tage-Durchschnitt.

Klarheit über den Geschäftsverlauf im Sommerquartal erhalten Anleger Anfang November mit der Vorlage der Zwischenbilanz. Entscheidend für die weitere Entwicklung der Aktie dürfte sein, in welchem Umfang die Ticketpreise die Belastungen durch teuren Treibstoff auffangen können.

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