Lufthansa Aktie: Dreifachbelastung

Die Lufthansa Group sieht sich vor der Veröffentlichung der Jahreszahlen mit geopolitischen Flugstreichungen, steigenden Kerosinkosten und einem drohenden Pilotenstreik bei Cityline konfrontiert.

Die Kernpunkte:
  • Flugstreichungen und Umwege durch Nahost-Krise
  • Drohender Arbeitskampf bei Lufthansa Cityline
  • Steigende Kerosinpreise drücken auf Margen
  • Aktienkurs verliert deutlich vor Quartalszahlen

Ausgerechnet vor den Jahreszahlen morgen muss Lufthansa gleich mehrere Baustellen gleichzeitig managen: Die Eskalation im Nahen Osten trifft den Flugbetrieb, höhere Kerosinkosten drücken auf die Marge – und bei Cityline spitzt sich der Tarifkonflikt zu. Wie robust ist die Ertragsbasis, wenn 2026 operativ so holprig startet?

Nahost-Krise zwingt zu Umwegen und Streichungen

Die militärische Lage im Nahen Osten führt zu spürbaren Eingriffen ins Streckennetz. Der Konzern streicht Flüge nach Tel Aviv, Beirut, Amman, Erbil, Dammam und Teheran bis mindestens 8. März. Zusätzlich meidet die Gruppe den Luftraum über den Vereinigten Arabischen Emiraten bis Freitag vollständig.

Das bleibt nicht ohne Nebenwirkungen: Viele Langstrecken zwischen Europa und Asien müssen Umwege fliegen. Das verlängert Flugzeiten, erhöht den Treibstoffverbrauch und zieht Verspätungen durchs Gesamtnetz. Betroffen sind alle Konzern-Airlines, darunter Lufthansa, SWISS, Austrian, Brussels Airlines, ITA Airways und Eurowings. Dass auch andere Airlines wie British Airways, Air France und Wizz Air Verbindungen aussetzen, unterstreicht den branchenweiten Charakter der Einschränkungen.

Parallel übernimmt Lufthansa einen Evakuierungsflug im Auftrag der Bundesregierung: Ein Airbus A340-300 mit 279 Sitzen soll in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag Kinder, Kranke und Schwangere ausfliegen; weitere Flüge sind geplant. Für Passagiere gibt es zudem eine Kulanzregel: Tickets, die am oder vor dem 1. März ausgestellt wurden und deren Reisedatum bis zum 15. März reicht, können bis zum 31. März kostenlos umgebucht oder erstattet werden.

Cityline: Piloten stimmen für Arbeitskampf

Auch intern steigt der Druck. Bei Lufthansa Cityline stimmten die Pilotinnen und Piloten am 26. Februar in einer Urabstimmung mit 99% der abgegebenen Stimmen für einen möglichen Arbeitskampf, bei einer Beteiligung von 95%. Einen konkreten Streiktermin nannte die Vereinigung Cockpit (VC) aber noch nicht.

Inhaltlich geht es um Vergütung: Die Gewerkschaft fordert für 2024, 2025 und 2026 jeweils 3,3% pro Jahr. Ein Angebot bleibt laut VC hinter den Forderungen zurück und enthält eine Friedenspflicht bis Ende 2027. Ein Streik bei Cityline würde vor allem Zubringer zu den Drehkreuzen Frankfurt und München sowie Europarouten treffen – also genau die Verbindungen, die das Netzwerk zusammenhalten. Zur Einordnung: Ein früherer Pilotenstreik beim Kernunternehmen führte zur Streichung von mehr als 800 Flügen und betraf rund 100.000 Passagiere.

Kerosin als Marge-Killer – Zahlen am Freitag im Fokus

Steigende Kerosinpreise infolge des Ölpreisanstiegs treffen Airlines besonders hart, weil Treibstoff der größte variable Kostenblock ist. Gleichzeitig erhöhen Umwege durch gesperrte Lufträume den Verbrauch zusätzlich. Die ohnehin seit dem Ukraine-Krieg eingeschränkte Routenführung wird damit erneut zum Kostenthema.

Am Kapitalmarkt spiegelt sich die Nervosität bereits: Die Aktie notiert heute bei 8,30 Euro (−1,80%) und liegt damit in den vergangenen sieben Tagen 11,49% im Minus. Zum 52‑Wochen‑Hoch von 9,50 Euro von Anfang Februar fehlt rund ein Achtel.

Der nächste konkrete Prüfstein steht fest: Am Freitag, 6. März 2026, legt Lufthansa die Ergebnisse für das vierte Quartal 2025 vor. Entscheidend dürften dabei weniger reine Rückspiegel-Zahlen sein als die Aussagen zur finanziellen Ausgangslage und zu den Belastungen im ersten Quartal 2026 – denn genau dort laufen geopolitische Einschränkungen, Kostenanstieg und Tarifrisiken gerade zusammen.

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