Lufthansa Aktie: Ernüchterung spürbar!
Der Lufthansa-Konzern übertrifft mit operativem Ergebnis die Erwartungen, sieht sich aber durch Tarifkonflikte bei Eurowings und Cityline sowie die Lage im Nahen Osten belastet.

- Überraschend starkes operatives Ergebnis übertrifft Prognosen
- Streikabstimmungen bei Eurowings und Lufthansa Cityline laufen
- Nahost-Konflikt führt zu Flugausfällen und Umwegen
- Aktienkurs verzeichnet deutliches Wochenminus
Starke Jahreszahlen, doch die Aktie schwächelt. Der Lufthansa-Konzern legte am 6. März überraschend gute Ergebnisse für 2025 vor – das bereinigte operative Ergebnis von rund 2 Milliarden Euro übertraf die Erwartungen der Analysten deutlich. Trotzdem belastet der Titel mit einem Wochenminus von fast 13 Prozent. Der Grund: Drohende Arbeitskämpfe bei zwei Tochtergesellschaften und die anhaltende Eskalation im Nahen Osten werfen Schatten auf die kommenden Monate.
Rekorderlöse bei sinkendem Nettogewinn
Der Konzernumsatz kletterte 2025 um 5 Prozent auf 39,6 Milliarden Euro – ein neuer Höchstwert. Die operative Marge verbesserte sich auf 4,9 Prozent nach 4,4 Prozent im Vorjahr. Doch unter dem Strich zeigt sich ein anderes Bild: Der Nettogewinn sank wegen negativer Steuereffekte um 3 Prozent auf 1,34 Milliarden Euro. Dennoch schlägt der Vorstand eine Dividendenerhöhung um 10 Prozent auf 0,33 Euro je Aktie vor.
Langfristig peilt Lufthansa eine operative Marge von 8 bis 10 Prozent zwischen 2028 und 2030 an. Diesem Ziel stehen allerdings erhebliche Risiken entgegen.
Tarifkonflikte an zwei Fronten
Bei Eurowings läuft derzeit eine Streikabstimmung der Piloten. Die Vereinigung Cockpit hatte die Verhandlungen über einen Tarifvertrag zur betrieblichen Altersvorsorge für gescheitert erklärt. Bis zum 16. März können die Piloten über mögliche Arbeitskampfmaßnahmen abstimmen.
Noch brisanter ist die Lage bei Lufthansa Cityline: Am 26. Februar stimmten 99 Prozent der Piloten bei einer Beteiligung von 95 Prozent für einen möglichen Streik. Die Gewerkschaft fordert eine jährliche Gehaltsanpassung von 3,3 Prozent für die Jahre 2024 bis 2026. Ein Arbeitskampf würde vor allem den Zubringerverkehr nach Frankfurt und München sowie europäische Strecken treffen – Verbindungen, die für die Stabilität des gesamten Netzes entscheidend sind.
Nahost-Konflikt belastet operativ
Die Eskalation im Nahen Osten trifft den Konzern auf mehreren Ebenen. Direktverbindungen nach Tel Aviv, Teheran und Beirut bleiben bis mindestens 8. März ausgesetzt. Der Luftraum der Vereinigten Arabischen Emirate wird gemieden. Zahlreiche Langstreckenverbindungen zwischen Europa und Asien müssen erhebliche Umwege fliegen, was zu längeren Flugzeiten, höherem Treibstoffverbrauch und Folgeverspätungen führt.
Einen Lichtblick gibt es dennoch: Die Vorbuchungen für Direktflüge Richtung Asien liegen derzeit 75 Prozent über dem Vorjahresniveau. Hintergrund sind die stillstehenden Drehkreuze der Golf-Airlines Emirates und Qatar. Beim Treibstoffrisiko verweist Lufthansa auf ihre Absicherungsstrategie – für 2026 sind die Kerosinkosten zu rund 80 Prozent gehedgt.
Ausblick mit erhöhter Unsicherheit
Für das laufende Jahr plant der Konzern eine Angebotsausweitung um 4 Prozent. Das Management rechnet mit weiterem Umsatzwachstum, einem deutlichen Ergebnisanstieg und einer weiteren Verbesserung der Marge. Gleichzeitig verweist Lufthansa auf eine erhöhte Prognoseunsicherheit aufgrund der Lage im Nahen Osten.
Die Aktie notierte am Freitag bei 8,21 Euro und steht damit deutlich unter Druck. Bis zur Hauptversammlung am 12. Mai dürfte sich entscheiden, ob die Tarifkonflikte bei Eurowings und Cityline tatsächlich in Streiks münden – und wie lange die operativen Einschränkungen durch den Nahost-Konflikt noch andauern.
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