Lufthansa Aktie: Gewinn bricht ein

Lufthansa verzeichnet trotz höherer Einnahmen einen massiven Gewinnrückgang. Treibstoffkosten und Streiks belasten das Ergebnis, die Jahresprognose wird gesenkt.

Die Kernpunkte:
  • Umsatzplus von acht Prozent
  • Gewinn bricht um 88 Prozent ein
  • Treibstoffkosten und Streiks als Hauptbelastungsfaktoren
  • Jahresprognose für bereinigtes EBIT gesenkt

Ein Umsatzplus von acht Prozent, aber ein Gewinneinbruch von 88 Prozent — bei Lufthansa klaffen Top- und Bottom-Line im zweiten Quartal weit auseinander. Der Flugkonzern kämpfte zwischen April und Juni gegen explodierende Treibstoffkosten und Streikfolgen, die sich am Ende deutlich in der Bilanz niederschlugen.

Der Konzernumsatz kletterte auf 11,14 Milliarden Euro. Unter dem Strich blieben davon jedoch nur noch 123 Millionen Euro Gewinn übrig, nach rund einer Milliarde Euro im Vorjahresquartal. Der Markt hatte mit 331 Millionen Euro gerechnet — die Lücke zur Erwartung fällt entsprechend deutlich aus.

Treibstoff und Streiks belasten

Die Ursachen benennt Lufthansa selbst klar: Die Kerosinkosten lagen im Quartal rund 750 Millionen Euro über dem Vorjahreswert, hinzu kamen finanzielle Belastungen von mindestens 150 Millionen Euro durch Streiks. Das bereinigte EBIT brach um 56 Prozent auf 383 Millionen Euro ein, von 870 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Die bereinigte EBIT-Marge schrumpfte von 8,4 auf 3,4 Prozent.

Konzernchef Carsten Spohr sprach von einem anspruchsvollen Quartal, das erneut von Krisen und geopolitischen Unsicherheiten geprägt gewesen sei. Trotz besserer Auslastung und höherer Durchschnittserlöse habe der Konzern die gestiegenen Treibstoffkosten nicht vollständig kompensieren können. Auch beim freien Cashflow reißt die Lücke: minus 365 Millionen Euro standen einem Marktkonsens von minus 50 Millionen Euro gegenüber, nach plus 138 Millionen Euro im Vorjahr.

Prognose mit neuer Untergrenze

Für das Gesamtjahr 2026 rechnet Lufthansa nun mit einem bereinigten EBIT zwischen 1,7 und 2,2 Milliarden Euro. Bislang hatte der Konzern ein Ergebnis „signifikant“ über dem Vorjahreswert von 1,96 Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Das obere Ende der neuen Spanne würde diese Ambition noch erfüllen — am unteren Ende drohte hingegen erstmals ein Rückgang gegenüber dem Vorjahr.

Als Grund nennt der Konzern die hohe Volatilität des Kerosinpreises sowie kurzfristigere Buchungen im Passagiergeschäft. Parallel dazu kappte Lufthansa die Kapazitätsziele: Statt eines Anstiegs von bis zu zwei Prozent soll das Angebot der Passagierairlines nun lediglich auf Vorjahresniveau liegen. Die Nachfrage selbst bezeichnet der Konzern weiterhin als intakt.

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