Lufthansa Aktie: Kerosin-Rechnung steigt weiter

Fracht und Technik stützten das dritte Quartal; für das Gesamtjahr kalkuliert Lufthansa nun 9,3 Milliarden Euro Treibstoffkosten.

Die Kernpunkte:
  • Bereinigtes EBIT steigt um sechs Prozent
  • Nettogewinn durch Sondereffekte erhöht
  • Treibstoffrechnung steigt auf 9,3 Milliarden Euro
  • Analystenmehrheit empfiehlt, die Aktie zu halten

Die Lufthansa hat im Sommerquartal besser abgeschnitten als erwartet. Die Zahlen kommen trotz einer deutlich höheren Treibstoffrechnung. Der Ausblick auf die Kerosinkosten fällt allerdings düsterer aus.

Besser als erwartet, aber mit Sondereffekten

Das bereinigte EBIT stieg im dritten Quartal um 6 Prozent auf 1,41 Milliarden Euro. Analysten hatten im Schnitt mit 1,37 Milliarden Euro gerechnet. Der Umsatz legte um 9 Prozent auf 12,24 Milliarden Euro zu und lag damit im Rahmen der Prognosen.

Die Marge sank dennoch auf 11,5 von 11,9 Prozent. Unter dem Strich verdiente der Konzern 1,26 Milliarden Euro, 30 Prozent mehr als im Vorjahr. Erwartet worden waren 1,07 Milliarden Euro. Zum Plus trugen Basis- und Bewertungseffekte bei, die Zahl wirkt daher stärker als das operative Geschäft.

Getragen wurde das Quartal vom Frachtgeschäft und von Lufthansa Technik. Hinzu kamen höhere Ticketpreise und Kostendisziplin. Die Treibstoffkosten lagen um 543 Millionen Euro über dem Vorjahreswert.

Kerosin bleibt der Belastungsfaktor

Für das Gesamtjahr rechnet Vorstandschef Carsten Spohr nun mit einer Treibstoffrechnung von 9,3 Milliarden Euro. Das sind 600 Millionen Euro mehr als noch im Sommer angekündigt. Die Mehrkosten dürften den Spielraum für das Jahresergebnis weiter einengen.

Bereits im August hatte die Lufthansa die Prognose gekappt. Für das bereinigte EBIT 2026 peilt der Konzern seither 1,7 bis 2,2 Milliarden Euro an, nach 1,96 Milliarden Euro im Vorjahr. Das obere Ende der Spanne steht für ein Ergebnis deutlich über 2025, das untere für einen Rückgang.

Im zweiten Quartal war das bereinigte EBIT auf 383 Millionen Euro eingebrochen. Das dritte Quartal fällt damit klar besser aus.

Analysten bleiben vorsichtig

Vor den Zahlen war die Stimmung verhalten. Von sieben Analysten, die sich im Oktober äußerten, empfahl einer den Kauf, sechs rieten zum Halten. Die Kursziele reichten von 7 Euro bei JPMorgan bis 10 Euro bei der UBS. JPMorgan hatte erwartet, dass die Lufthansa die Prognosespanne in Richtung des unteren Endes einengt.

Die Aktie war vor der Bilanz zeitweise um gut 4 Prozent auf 7,46 Euro gestiegen. Sie notierte damit nicht weit über dem Jahrestief von 6,94 Euro.

Mit Blick auf 2027 hat die Lufthansa nach eigenen Angaben mehr als die Hälfte des Bedarfs abgesichert. Die Absicherung läuft vor allem über Rohöl und Gasöl, nicht direkt über Kerosin. Steigt der Aufschlag für Flugbenzin stärker als der Ölpreis, schützt sie weniger als die Quote nahelegt.

Anzeige

Stand heute, 3. November: Lufthansa – Kaufen, halten oder verkaufen?

Wer in Lufthansa investiert ist oder einen Einstieg prüft, sollte die Lage jetzt neu bewerten. Die Gratis-Analyse vom 3. November gibt die klare Antwort – und zeigt, warum Abwarten gerade jetzt riskanter sein kann, als es wirkt.

Lufthansa: Gratis-Analyse (PDF) öffnen …

Diskussion zu Lufthansa